Enthält alle deutschen Blogeinträge

Glueckliche Kundinnen

Köpfchen, Händchen, Herzblut: Zutaten zum Erfolg in der Mode-Branche

Obwohl „Kleidung und Schuhe“ laut Statista mit 67 Prozent das Top-Produktsegment im ersten Quartal dieses Jahres waren, ist es nicht leicht, im Online-Modehandel sein Geld zu verdienen. Kleine Händler kämpfen um ihre Nische, große Marken um Einzigartigkeit. Alle buhlen um den wechselfreudigen Kunden. Dabei nur auf B2C-Marktplätze und Handelsplattformen zu setzen, greift zu kurz. Zumal diese den Ansprüchen der Modeindustrie häufig nicht gerecht werden. Markenbildung im E-Commerce beginnt mit dem eigenen Shop. Um zukunftsfähig zu werden und zu bleiben, muss der Online-Shop up-to-date sein. Er bildet die technologische Basis, um individuelle Kampagnen auszusteuern, Alleinstellungsmerkmale zu schaffen und ein positives Image zu beeinflussen. Ein skalierbarer, flexibler Shop mit hoher Performance und Offenheit ist das Must-have im E-Commerce. Große Modenamen wie Schiesser, Zero, Street One, Trigema oder Sheego machen vor, wie es geht.

Laut einer Umfrage der w&co MediaServices GmbH & Co KG unter 82 Teilnehmern der Fashion Week 2017, krankt es bei den Mode-Experten in erster Linie an veralteten Systemen, fehlender (Marketing-)Automation und einer guten Vernetzung im Omnichannel. Doch gerade die Modebranche beweist, dass es anders geht, wenn nicht nur das Sortiment dem Zeitgeist folgt, sondern auch die E-Commerce-Strategie und -Plattform.

Vorreiter gibt es tatsächlich viele unter den Mode-Markenshops und -herstellern

Ein Pionier im Bereich Wäsche ist onmyskin.de. Der Shop ist vor rund 20 Jahren von der Unternehmerin Karin Stäbler aufgebaut worden. Heute umfasst er über 70 Marken und wurde im vergangenen Jahr von der Calida Group übernommen. 2017 wurde onmyskin.de mit dem Shop Usability Award in der Kategorie „Bester Markenshop“ ausgezeichnet. In diesem Jahr war es Calida, die sich eine der renommiertesten Auszeichnungen im deutschen E-Commerce sicherte.

Kunert setzt auf Handelspartner und Onlineshop

Auch der große Strumpfwarenhersteller Kunert setzt auf Handelspartner und auf Online-Shops einzelner Marken. Die Herausforderung an die Shop-Software ist hier ganz klar die Harmonisierung des B2B- und B2C-Kanals. Der Shop ist an das gut gepflegte PIM angebunden, was die zentrale Aussteuerung von Bildern und Informationen an alle Shops gewährleistet. Die Marken-Webshops von Kunert und Hudson sind genauso angebunden wie verschiedene Marktplätze, auf denen der Hersteller zwecks Sichtbarkeit und Reichweite präsent ist.

Alle diese Mode-Marken beweisen, dass sich mit einem flexiblen, offenen Shopsystem mit entsprechender Performance auch große Zukunftspläne realisieren lassen. So steht bei Schiesser quasi immer der nächste Relaunch bevor. Ob „Mobile First“ Strategie oder Voice Commerce, die Wäschemarke geht konsequent mit. So entwickelte OXID Partner Kühlhaus „Luxa“, den Sprachassistenten für den Schiesser Shop. Hier erhalten Kunden sprachgesteuert eine individuelle Beratung.

Sprachassistent Luxa für Schiesser, powered by Kühlhaus

Auch Katalogversandhändler machen ihre Hausaufgaben

Katalogversandhändler wie Schwab oder Sheego haben ein immenses Wissen über ihre Kunden. Und sie haben die nötigen Daten, was ihnen im Online-Handel einen Riesenvorteil verschafft. Um aber auch online so nah am Kunden zu sein, verlangt es nach einer Technologie, die den Kunden und seine Interessen mit der Zeit immer besser kennenlernt. Und es braucht den Willen, die Zielgruppe wirklich zu verstehen. Nicht zuletzt deshalb holt Sheego die Onlinekundinnen zum besseren Dialog direkt ins Haus, um deren Sorgen und Nöte im Shop besser abbilden zu können. Das Ergebnis sind zahlreiche Beratungstools zu Passform, Figurtyp und Styling, die den Kundinnen dabei helfen, die richtige Auswahl zu treffen.

Modehäuser: Mit Kreativität gegen Langeweile in der UX

Bereits vor fünf Jahren bot Lodenfrey seinen Kundinnen auf der Produktdetailseite die Möglichkeit, via Facebook Freunde abstimmen zu lassen, ob das entsprechende Produkt ein absolutes Must-have oder eher ein No-go ist. Mit der Shop-in-Shop Funktion betreibt der Händler zusätzlich eigene Submarken-Shops. Damit war das Münchener Modehaus der Luxusklasse mutig vorne dran, was die Interaktion mit seinen Kunden anbelangt. Die Münchner lassen nicht nach, den Shop konsequent weiterzuentwickeln.

Top Einkaufserlebnis bei Lodenfrey, egal ob on- oder offline

Auch Familienunternehmen wie Engbers GmbH & Co. KG erweiterten ihre stationären Geschäfte um Online-Auftritte, die ihre Marke nach außen tragen. Die Herausforderung besteht darin, dass der Shop trotz des breiten Angebots eine individuelle Note trifft. Der Kunde erwartet, dass er emotional eingestimmt wird und dieselbe Atmosphäre vorfindet, die er auch im Laden erlebt. Persönliche Angebote und eine prompte Lieferung inklusive.

Das Schuhhaus Zumnorde bietet seinen Kunden die Verschmelzung von Online- und Offline-Angebot durch einen digitalisierten POS. Bewegungsmelder registrieren Passanten auf der Straße. Das System spricht den potenziellen Kunden an, der sich dann beim Schaufensterbummel nach Ladenschluss via Touch-Displays beraten lassen kann. Mittels QR-Code kann der Käufer seine Ware via Smartphone nach Hause liefern lassen. Ein ähnliches Konzept verfolgt der Online Retailer EOD mit dem Ladenkonzept seiner Marke Vivo Barefoot und dem interaktiven Schaufenster in Köln.

Digitales Schaufenster im Flagship Store Vivo Barefoot in Köln
Digitales Schaufenster von POSeidon im Vivo Barefoot Flagship Store in Köln

Fazit:

Alle genannten Beispiele zeigen: Der Online-Laufsteg wird zur Rennbahn für das Fashion-Business! Wenn der Händler ein auf seine Kundschaft zugeschnittenes Konzept verfolgt, strategisch vorgeht und das richtige IT-Set-up inklusive E-Commerce-Plattform für sich findet. Wir drücken die Daumen, für weiterhin viele gelungene Projekte und mutige Ideen, die Kunden glücklich machen und den Händlern den wohl verdienten Umsatz bescheren.

Autor

Nicole Lipphardt OXID eSales AG

Nicole Lipphardt studierte Germanistik und Politikwissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Über Umwege kam sie nach dem Studium zur Marketing Kommunikation bei GE Healthcare IT und später bei der Testo AG. Dort tauchte sie tief in die Facetten des Marketing ein. Ihre Leidenschaft für den redaktionellen Bereich lebt Nicole heute als Content Marketing Managerin bei der OXID eSales AG aus.

Kaufabbrüche verhindern

Gastblog: Kaufabbrüche im Weihnachtsgeschäft verringern

Die Existenz des Smartphones beeinflusst stetig unser Leben. Durch den flexiblen Gebrauch, verändert es auch unser Online-Shopping-Verhalten.
Die mobilen Geräte sind bereits für 60% des Online Traffic verantwortlich, aber machen nur 16% der Online-Käufe aus. Wie kommt dieser “Gap” zustande?

Das defizitäre UI und UX Design mobiler Webseiten frustriert Shopbesucher schnell

91% der Besucher verlassen eine mobile Website, wenn sie ihre Bedürfnisse nicht erfüllt. 27% der Online-Kunden finden, dass es schwierig ist, Produkte und Anbieter auf einem Smartphone zu vergleichen.
51% der Smartphone-Nutzer haben von einem anderen Unternehmen oder einer anderen Marke als beabsichtigt gekauft, weil diese eine bessere UX hatten. (Quelle: eMarketer)

Es reicht nicht aus, eine responsive Webseite zu gestalten. Sie muss sich nicht nur der Größe eines Bildschirms anpassen, sondern auch der Usability eines mobilen Endgerätes. Die Online-Shops konkurrieren hierbei mit anderen Apps wie WhatsApp, Instagram und Facebook. Durch diese kennen Smartphone-Nutzer bereits die Bedeutung unterschiedlicher Icons und sind es gewohnt, zu swipen und zu scrollen, was eine Desktop-Webseite dem User nicht offeriert.
Progressive Web Apps (PWAs) setzen einen neuen Standard und bieten viele Möglichkeiten für Shop-Händler. Es handelt sich hierbei nicht um herkömmliche Apps zum runterladen, sondern um Webseiten, welche die gleiche Funktionalität, sowie ein ähnliches Erscheinungsbild wie Apps haben, ohne dass der Shopbetreiber eine zusätzliche App entwickeln muss. Die PWAs können mittels URL aufgerufen werden, haben außerdem kürzere Ladezeiten, als eine normale Webseite. Und sie funktionieren sogar offline.
Die mobilen Shop-Besucher haben bereits gelernt, mit solch einem Format umzugehen und es ist erwiesen, dass bereits gelaunchte PWAs auf Smartphones besser performen, im Vergleich zu ihren vorherigen responsiven Webseiten.

Durch Kunden Rückgewinnung zu mehr Umsatz

Die Kunden scheuen sich davor, ihre Einkäufe online abzuschließen

31% der Smartphone-Nutzer tätigen keine Bestellung auf ihrem mobilen Gerät, weil sie Bedenken haben, ob ihre Daten sicher sind. 8% haben das Gefühl, dass es eine impulsive Handlung ist, über das Smartphone zu bestellen. (Quelle: eMarketer)

Laut einem Bericht von Wolfgang Digital treffen westliche Konsumenten ihre Entscheidungen gern mobil, während sie ihre Bestellungen am Desktop tätigen. Daher ist es als Shop-Betreiber sinnvoll, eine Omni-Channel-Konsistenz zu gewährleisten. Die gesammelten Daten eines mobilen Kunden können effektiv dazu genutzt werden, ihnen relevante Artikel und Informationen auch auf ihrem Desktop anzuzeigen.
Werden dem Kunden die ausgewählten Produkte direkt auf der Startseite oder in einem Banner angezeigt, wird es ihm erleichtert, einen Einkauf zu tätigen. Denn Mobile-Nutzer und Desktop-Nutzer sind in den meisten Fällen dieselbe Person. Unterstützend können Sie Lösungen zur Rückgewinnung von Kaufabbrechern in Ihrem Shop implementieren.

Ein intelligenter Algorithmus erkennt, wenn Kunden auf der mobilen Webseite sind und fragt bei Verlassen des Shops über ein Dialogfenster, ob der aktuelle Warenkorb gespeichert werden soll.
Der Kunde bekommt via Link seinen Warenkorb an seine E-Mail-Adresse zugeschickt und hat die Möglichkeit, ihn am Desktop erneut aufzurufen und seinen Einkauf fortzusetzen oder abzuschließen.
Wenn Optionen wie “online kaufen, im Geschäft abholen” oder “online kaufen, im Geschäft umtauschen” implementiert sind, wird ein weiterer Kanal genutzt, um mit dem Kunden in Kontakt zu kommen.

Wie sieht die Zukunft des mobile Shopping aus?

Die Prognose ist, dass immer mehr Kunden über ihr Smartphone online-shoppen werden. Das Thema wird an Relevanz gewinnen und für den Geschäftserfolg eines Händlers eine wichtige Rolle spielen. Shop-Betreiber sollten sich daher damit auseinandersetzen. Ihre Kunden wollen unterwegs, flexibel mit dem Smartphone shoppen, gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit! Machen Sie es ihnen so einfach wir nur irgendwie möglich.

Autor

Julian Craemer, Gründer von Uptain, Software Hersteller gegen Kaufabbrüche

Julian Craemer gründete 2016 zusammen mit zwei Co-Foundern uptain. Das Unternehmen bietet innovative Software zur Rückgewinnung von Kaufabbrechern im E-Commerce an. Zuvor war er selbständig als Berater für Onlineunternehmen tätig, arbeitete im Hamburger Company Builder Hanse Ventures, gründete drei Startups und leitete internationale IT-Projekte für ein globales Unternehmen.

E-Commerce Systeme 2018: 10 Key Take-Aways

Fraunhofer IML untersucht Onlineshop-Systeme 2018

Das Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik (IML) hat mit der im Oktober 2018 erschienenen Studie „Onlineshop-Systeme zur Digitalisierung des Handels“ den Anbietermarkt für den B2C- und B2B-Commerce analysiert.

Die Marktstudie beinhaltet die aktuell umfassendste funktionale Analyse für E-Commerce-Systeme.

Digitalisierung im Handel unter der Lupe

Federführend war das Team ERP LOGISTICS des Fraunhofer-Instituts und kooperierte mit dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Dortmund. Die Studie wurde im Rahmen des Förderschwerpunkts „Mittelstand-Digital – Strategien zur digitalen Transformation der Unternehmensprozesse“ vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

Neben der Originalstudie finden Sie am Ende dieses Überblicks auch ein aufbereitetes Management-Summary mit den Key Take-Aways zum kostenfreien Download. Hier die wichtigsten Eckdaten in Kürze:

1. Der Mittelstand braucht eigene Wege

Sowohl Fraunhofer als auch das Kompetenzzentrum stehen wie keine anderen Institutionen für das tiefe Verständnis der Bedürfnisse des Mittelstands und dem Aufspüren der besonderen Potentiale dieses Segments. Die komplette Studie bewertet alle Aspekte zu 100% aus Mittelstandssicht.

2. Im Vergleich: 19 Hersteller von A – Z

Mit Fokus auf Deutschland wurden auch global aktive E-Commerce Hersteller gescannt und kontaktiert. Die Evaluation unfasst zu den 19 Teilnehmern ein detailliertes Profil von Branchenausrichtung, über Größe und Bedeutung der Anbieter im deutschen Markt bis hin zu Nutzungs- und Kostenmodellen.

3. Chancen und Konsolidierung

Der digitale Handel ist keine feste Kenngröße und hat kein statisches Ergebnis. Vielmehr untersuchen und bewerten die Autoren ihn als das, was er ist: einen Prozess der Digitalisierung. Dabei werden die enormen Chancen für den Mittelstand genauso thematisiert, wie die absehbare Konsolidierung des Marktes der Anbieter.

4. Was die Systemwahl wirklich bedeutet

Vor diesem Hintergrund versteht sich die Studie als eine Entscheidungsvorbereitung für jedes Unternehmen, das sich mit einer Neueinführung, Systemablösung oder -erweiterung beschäftigt. Sie erläutert Tragweite der System-Entscheidung und gibt einen Ausblick, welche Charakteristika in der Praxis welche Konsequenz nach sich ziehen.

5. B2C vs. B2B?

Mit Weitblick werden die unterschiedlichen Zielgruppen und ihre Zukunftsperspektiven dargestellt. So stehen sich die Innovationskraft des Digital Commerce-Vorreiters B2C und das enorme Potential von B2B gegenüber. Wie werden sich die Felder in Zukunft vebinden? Und welche Unterschiede sind in Zukunft zu erwarten?

6. Pricing und Lizenzen

In einer einzigartigen Detailarbeit haben die Marktforscher alle Eigenschaften und Kenngrößen miteinander verglichen. Unter anderem stehen auch alle Anbieter mit ihren unterschiedlichen Lizenzierungs- und Abrechnungsmodellen tabellarisch nebeneinander. Hier wird deutlich, wie unterschiedlich diese zum Teil ausfallen, und welche Vorteile dies jeweils bringt.

7. Features & Functions: deutliche Unterschiede

Die OXID Plattform überzeugt mit höchstem Erfüllungsgrad!

8. Welche Trends wirklich wichtig sind.

Jedes Geschäftsjahr ist geprägt von neuen, zum Teil stark gehypten Branchentrends. Die Untersuchung greift mit wohltuendem Augenmaß diejenigen heraus, die die Systementscheidung berühren und das Geschäftskonzept im Kern betreffen.

9. Industrie 4.0: was bedeutet dies wirklich für den Handel?

Gerade in produzierenden Unternehmen stellt sich schon lang die Frage, ob und wie die vernetzte, automatisierte Produktion direkt an den digitalen Handel angebunden werden kann. Aber ist dieses Thema zwischenzeitlich auch bei den Systemanbietern angekommen? Die Studie gibt hier eine klare Antwort.

10. Wie kommen Kanäle zusammen?

Fest steht, jeder Händler muss seine potentiellen und Bestandskunden über mehrere Kanäle und Touchpoints erreichen. Doch wie verknüpft man diese am besten? Was ist Pflicht; was Kür? Zum Abschluss diskutiert die Studie mögliche und wahrscheinliche Strategien, die die Zukunft des Handels prägen werden.

Die 100-Seiten-starke Studie ist im OXID Ressourcen Center verfügbar. Zudem haben wir ein Management Summary auf 7 Seiten hier zusammengestellt.

Auch interessant: Wie unser „Handel 4.0“-Prototyp auf der Hannover Messe 2017 vorgestellt wurde, lesen Sie in diesem Blogartikel: >> „Industrie & E-Commerce: Digitalisierung rückt die Werkbank an den Ladentisch“

Autor:

Caroline Helbing, OXID eSales

 

Caroline Helbing ist Senior Analyst und Content Writer bei der OXID eSales AG. Die Kommunikationsexpertin graduierte in Paris und München und ist seit 16 Jahren im E-Commerce aktiv. Seit 2007 ist sie beim Freiburger Open Source eCommerce Hersteller OXID eSales. Caroline analysiert und bewertet Trends und Märkte hinsichtlich Wachstumsimpulsen und branchenverändernder Technologien. Schwerpunkte sind „Omnichannel“, „E-Commerce im Zeitalter von Industrie 4.0“, „B2B Geschäftsmodelle“ und „Content Commerce“.

Personalisierung: Raus aus den Kinderschuhen!

Teil 1: Personalisierungsoption in OXID eShop – die (Markt)Theorie

Das Thema Personalisierung ist in aller Munde. Angefeuert durch den Hype um Künstliche Intelligenz, geht die „interessensbezogene Aussteuerung von Inhalten“ (Content, Produkte, Angebote…) oder anders umschrieben „das richtige Angebot zum passenden Zeitpunkt“ im E-Commerce gerade in die heiße Phase. Kaum ein Event, Kongress oder Newsletter, wo einem das Thema nicht nähergebracht wird. Doch wie steht es wirklich um die individuelle Kundenansprache im Webshop? Haben Händler die Relevanz des Themas erkannt und schreiten gerade im Hintergrund emsig zur Tat? Oder warum ist es so seltsam still bei den Anbietern und niemand brüstet sich mit einer wirklich gelungenen Personalisierungsstrategie?

“Personalisation: the automatic tailoring of sites and messages to the indivuduals viewing them so that we can feel that somewhere there’s a piece of software that loves us for who we are.”

David Weinberger, Autor

Status Quo Personalisierung

Die Internet World hat letzte Woche die Probe aufs Exempel gemacht. Sie veröffentlichte die Erfahrungen unter dem Aspekt personalisierter Einkaufserlebnisse nach 4 Wochen Onlineshoppen bei einigen der größten Shops in der Branche. Die Ergebnisse sind ernüchternd bis enttäuschend. Da ist die Rede von Shops, die jedes Mal wieder von Neuem die Kleidergröße abfragten, trotz Login und großzügiger Überlassung persönlicher Daten im Test-Account. Die Probandinnen berichten von regelrechten „Echt-jetzt?“ Momenten, wenn der Shop partout Sommerschläppchen anbieten wollte, obwohl bei den letzten Besuchen nach Winterschuhen gesucht wurde.

Das Fazit: „Klassisches Stöbern und gute Filter führten besser und schneller zum passenden Produkt. Offenbar dauert es noch, bis der Algorithmus die Shopper-Seele wirklich verstehen lernt.“ Für die Kunden ist also von maßgeschneiderten Angeboten passend zum aktuellen Bedarf noch nicht viel zu spüren.

Personalisierung zwischen Anspruch & Realität

Der Anspruch des Kunden

Das Experiment spiegelt wider, was wir am Markt wahrnehmen. Jeder spricht darüber, aber nur wenige Shopbetreiber arbeiten an einem entsprechenden Konzept, den Onlineshop mit Tools und Technologien fit für das Zeitalter des Individuums zu machen. Denn dieses erwartet zunehmend die persönliche Ansprache und möchte eben nicht nach dem aktuellen Wunschprodukt ewig stöbern müssen. Glaubt man den zahlreichen Studien, die das Kundenverhalten analysiert haben, ist der Personalisierungswunsch der Kunden Fakt:

  • 75% der Besucher verlassen sofort wieder einen Shop, wenn sie ein für sich uninteressantes Produkt angezeigt bekommen
  • 48% der Interessenten brechen den Kauf ab, wenn er nicht auf tatsächliche Bedürfnisse zugeschnitten ist
  • Personalisierungsanbieter berichten von durchschnittlichen Conversion Steigerungen von 25% unter Einsatz von entsprechenden Technologien

Die Wirksamkeit von Personalisierung im Onlinehandel ist unbestritten. Händler, die nicht dringend aufrüsten, werden Kunden verlieren, für die der nächste Anbieter nur einen Mausklick entfernt ist und der vielleicht just das treffende Kaufangebot unterbreitet.

48% aller User brechen den Einkauf ab, wenn er nicht auf tatsächliche Interessen zugeschnitten ist.

Accenture, 12/2017

Die Realität des Händlers

Weshalb also, kommt das Thema im Shopping-Alltag nicht so recht in Schwung? Offensichtlich gibt es viele Vorbehalte gegen Personalisierung.  Shopbetreiber haben gemeinhin viele Gründe, weshalb das Thema für sie ein heißes Eisen ist:

  • Angst vor hohem Arbeitsaufwand und hohen Projektkosten
  • Angst vor hohen Preisen für entsprechende Lösungen
  • Der richtige Umgang mit Datenschutz, Tracking, Big Data
  • Bedenken vor dem Einsatz von KI und wie dieser sich auf das Business auswirken könnte
  • Das komplexe Handling von Kundendaten
  • Schwierigkeiten bei Einrichtung und Betrieb
  • Die Haltung sensibilisierter Kunden, die eben nicht gerne ihre Daten hinterlassen

Personalisierung als echter Wettbewerbsvorteil

Trotz aller Schmerzpunkte, zu denen es von vielen Herstellern und Dienstleistern am Markt professionelle Unterstützung gibt: gerade jetzt ist der Moment für Händler, einzusteigen! Während viele noch zögern, kann man sich entsprechend positionieren und mutig voranschreiten:

  • Und mit Personalisierungsmaßnahmen dem Kunden ein bedarfsgerechtes, überzeugendes Einkaufserlebnis bieten
  • dadurch mehr Interessenten zu Kunden konvertieren
  • zögerliche oder preissensible Kunden überzeugen
  • die Bestellwerte eines Einkaufskorbes signifikant erhöhen
  • durch die 1:1 Kommunikation mit dem Kunden mehr Interaktion im Shop erreichen
  • den Kreis der Stammkundschaft erhöhen
  • durch Personalisierung in Echtzeit das Business skalieren

Also alles in allem, mehr Umsatz im Shop generieren! Klingt das nicht verlockend?

65% aller Händler registrieren Umsatzsteigerungen nach dem Einsatz von Maßnahmen zur Personalisierung.

etailment

Fazit

Es ist an der Zeit, Startseiten in Webshops abzuschaffen, die täglich im Gießkannenprinzip den Top-Seller anpreisen, unabhängig davon, ob der Kunde jung, alt, männlich, weiblich, dick, dünn, reich oder arm ist. Personalisierung ist der Conversion-Hebel schlechthin. Diesen gilt es jetzt umzulegen. Das Angebot an guten Lösungen von erfahrenen Dienstleistern und Herstellern ist da. Informieren Sie sich und nutzen Sie es. Sprechen Sie uns an!

Den Kundenwunsch immer im Blick mit Personalisierungsmaßnahmen
Den Kundenwunsch immer im Blick mit der Personalisierungsoption in OXID eShop!

Autor

Nicole Lipphardt OXID eSales AG

Nicole Lipphardt studierte Germanistik und Politikwissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Über Umwege kam sie nach dem Studium zur Marketing Kommunikation bei GE Healthcare IT und später bei der Testo AG. Dort tauchte sie tief in die Facetten des Marketing ein. Ihre Leidenschaft für den redaktionellen Bereich lebt Nicole heute als Content Marketing Managerin bei der OXID eSales AG aus.

Gastblog: 5 Tipps für effektives E-Mail Marketing zum Black Friday und Cyber Monday

1. Bestimmen Sie Ihre Aktionszeiträume nach Ihrem Gusto

Üblicherweise beginnt das „Black-Weekend“ am Black Friday, der in diesem Jahr auf den 23. November fällt. Mit dem Cyber Monday endet das weltweit beliebte Schnäppchen-Wochenende. Doch viele Händler machen aus den vier Tagen eine ganze Woche (Black-Week) oder gar einen ganzen Rabatt-Monat. Entscheiden Sie selbst, ob Sie bereits vor dem 23. mit Ihren Black-Weekend Aktionen beginnen wollen oder lieber in die Verlängerung gehen möchten. Und kündigen Sie Ihre Rabatt-Aktionen möglichst 4-5 Tage vor Aktionsbeginn an.

Legen Sie am besten im Vorfeld eine Automationskette an, damit Ihre Newsletter wie geplant versendet und Ihre Abonnenten rechtzeitig informiert werden. Zu den Automationsketten später mehr.

2. Diese Produkte sind an den Black-Weekend-Tagen ganz besonders begehrt!

Weltweit wurden 2016 über 140 Millionen Produkte verkauft. Wenn Sie wissen wollen, welche Produkte in Deutschland am beliebtesten sind: Laut einer Umfrage von mydealz werden in 2018 voraussichtlich folgende Produkte am meisten gekauft werden:

  • Kosmetik
  • Mode
  • Lebensmittel
  • Möbel und Dekoartikel
  • Sport und Freizeit

Weiterhin sind Technikartikel sehr begehrte Produkte und Reise-Schnäppchen werden zu der dunklen Jahreszeit natürlich auch sehr gerne gebucht.

Mit diesem Wissen können Sie Ihre Produkte optimal auf Ihrer Website präsentieren und in Ihren Newslettern in den Fokus Ihrer Abonnenten rücken. Dazu zählen gute Produktfotos, knackige sowie ansprechende Produktbeschreibungen, tolle Headlines und natürlich darf der Call to Action-Button nicht fehlen! Preisen Sie unterschiedliche Produkte in Ihrer E-Mail Kampagne an.

Unser Extra-Tipp: Mit dem Einsatz von Produktzusammenstellungen bieten Sie Ihren Abonnenten eine optisch ansprechende Hilfestellung bei der Produktsuche und rücken gleichzeitig Ihre Produkte kreativ ins Licht. Der Newsletter-Empfänger sieht so auf einen Blick, mit was er seine neue Lederjacke perfekt kombinieren kann, welche Lebensmittel mit welchem Wein harmonieren, oder welcher Couchtisch zu welchem Sofa passt.

3. Punkten Sie mit diesen Aktionsideen bei Ihren Abonnenten!

Angebote und Rabatte sind natürlich immer gerne gesehen. Auch hier gibt es viele Möglichkeiten, Ihre Abonnenten mit unterschiedlichen Aktionen zu begeistern. Wir haben eine Handvoll Ideen zusammengestellt, die Ihnen dabei helfen werden die eine oder andere Aktion gewinnbringend umzusetzen.

  • Der Best-Friday-Deal: Reduzieren Sie nur Ihre Besteller zum Best-Preis.
  • Black-Sale-Friday: Reduzieren Sie nur bestimmte (schwarze) Produkte.
  • Give away on Friday: Beim Kauf von Produkt X gibt es noch etwas „on top“.
  • Exclusive-Friday: Spezielle Newsletter-Angebote nur für Abonnenten (VIP-Gefühl).
  • Lieblingsteil-Day: Kunden erhalten ein Rabatt X auf ein Lieblingsteil.

4. So kann Ihre Betreffzeile zum erfolgreichen E-Mail Öffner werden

Mit einer nüchternen Betreffzeile werden Sie wahrscheinlich nicht sehr viel erreichen und am Ende stellen Sie selbst ernüchtert fest, dass Ihr Newsletter nicht die erhoffte Öffnungsrate erzielt hat. Hier sind einige Do’s and Don’ts für Sie.

Besser vermeiden:

  • Langweilige Formulierungen
  • Zu lange Betreffzeilen (optimal sind 30 – 40 Zeichen)
  • Komplizierte Sätze
  • Verwirrende Informationen
  • Aneinanderreihung von Keywords

Besser machen:

  • Überlegen, welche Zielgruppe Sie erreichen möchten
  • Kreative und humorvolle Formulierungen
  • Schnell auf den Punkt kommen
  • Ein, zwei Keywords an den Anfang setzen
  • Neugier und ein Begehren wecken

5. Legen Sie während der Black-Week ruhig mal die Füße hoch

Ok, automatisch wird der Erfolg wahrscheinlich nicht kommen, doch mit einer Automationskette machen Sie sich das Leben während der Aktions-Woche oder -Wochen auf jeden Fall einfacher.

Planen Sie nicht nur Ihre Newsletter und Aktionen, sondern legen Sie schon vorher fest, wann welche E-Mail zu welchem Produkt und an welche Kundengruppe rausgeschickt werden soll.

Erstellen Sie im Vorfeld Ihre Automationskette und sorgen Sie so für eine reibungslose, effektive Kommunikation mit Ihren Abonnenten. Sollten Sie währenddessen feststellen, dass Sie doch noch etwas ändern möchten, können Sie jederzeit Ihre Automationskette entsprechend anpassen.

Drei Beispiele möglicher Automationsketten

Best-Friday Deal mit Vorankündigung und Reminder Mail

Best-Friday Deal
Best-Friday Deal mit Vorankündigung und Reminder Mail

Beispiel „Fashion“ Lieblingsteil-Day mit Aktionsstart am Black Friday und Reminder Mail

Fashion Lieblingsteil-Day
Beispiel „Fashion“ Lieblingsteil-Day mit Aktionsstart am Black Friday und Reminder Mail

Beispiel Pre-Black-Sale mit Black Friday Aktion und Reminder Mail

Pre-Black-Sale
Beispiel Pre-Black-Sale mit Black Friday Aktion und Reminder Mail

Fazit:

Fangen Sie rechtzeitig mit Ihrer E-Mail Kampagne an und überlegen Sie, wie Sie Ihre Zielgruppe mit Ihren Aktionen ansprechen möchten. Seien Sie kreativ bei der Entwicklung Ihrer Black-Friday Betreffzeile und halten Sie Ihren Newsletter-Text kurz und leicht lesbar. Ein zielgruppengerechtes Design sowie ansprechende Produktfotos machen auf jeden Fall Appetit auf mehr! Und bedenken Sie, dass der Name Black Friday als Marke geschützt ist!

Grundsätzlich gilt jedoch: alles ist möglich am Black-Weekend!

Zum Newsletter-Modul von Cleverreach® für OXID eShop hier entlang!

Autor:

Morny Russell arbeitet im Marketing beim E-Mail-Software Anbieter CleverReach® in Rastede. Als kreative Textjongleurin und Über-den-Tellerrand Guckerin verfasst Sie Texte rund um das Thema E-Mail Marketing. Davor war sie viele Jahre als Autorin und Redakteurin für verschiedene TV-Produktionsfirmen wie der Brainpool TV GmbH in Köln und der Constantin Entertainment in München, in der TV-Unterhaltungsbranche tätig. In ihrer Freizeit ist sie bekennender Foodie und leidenschaftliche Instagrammerin.

Gastblog: Mit E-Mail Marketing am Black Friday durch die Decke gehen

Es ist bald soweit! Profitieren Sie am 23. November 2018 und auch in den Tagen davor vom Black Friday und Cyber Monday. Denn der Black Friday und Cyber Monday gehören für den Online-Handel zu den umsatzstärksten Tagen des Jahres. Auch in Deutschland!

Schnäppchenjäger freuen sich schon lange im Voraus auf die Angebots- und Rabatttage. Die begehrte Zielgruppe der 25 – 44-Jährigen zeigt sich an diesen Tagen ganz besonders kauffreudig. Da gilt es, besonders als Online-Shopbetreiber, vorbereitet zu sein und rechtzeitig mit kreativen E-Mail Kampagnen durchzustarten.

Interessante Facts und beeindruckende Zahlen

USA
• Seit wann gibt es den Black Friday?
o Am 24.11.1961 fand der Black Friday zum ersten Mal in den USA statt
o 40 Jahre später, am 01.12.2003, folgt der Cyber Monday

• Wichtige Kennzahlen:
o Es wurden 2016 an 4 Tagen 31,38 Milliarden US-Dollar umgesetzt.
o 36 % der Online-Käufe in 2016 wurden am Black Friday mobil getätigt
o Zwischen Thanksgiving (Donnerstag) und Cyber Monday wurden weltweit fast 140 Millionen Produkte von Marktplatzhändlern verkauft.

Black Friday und E-Mail Marketing:
o 2016 werden 55% mehr E-Mail-Kampagnen gemacht als im Vorjahr.
o Im November 2016 trägt das E-Mail Marketing über 18% zum Online-Umsatz bei.

Deutschland wird im Sturm erobert

Nach Valentine‘s Day und Halloween haben sich mittlerweile auch der Black Friday und Cyber Monday in Deutschland fest etabliert. Laut einer Studie von Mydealz, wissen 89 % der Befragten, was sich hinter dem Begriff „Black Friday“ verbirgt. Im Gegensatz zu den USA findet der Black Friday in Deutschland jedoch hauptsächlich im Internet statt. Dies spricht dafür, rechtzeitig mit Ihrer E-Mail Kampagne zu diesen beiden Events zu starten. Die beliebtesten Artikel sind Technikartikel, Mode, Möbel und Deko, Lebensmittel sowie Kosmetik.

2016: 44 % aller Käufer nutzen den Black Friday für reduzierte Einkäufe.
• Am Cyber Monday sind es 38 %. Tendenz steigend.
2017: Ein Gesamtumsatz von ca. 1,7 Milliarden Euro wird erzielt.
• Online-Handel: Die Umsätze m Internet sind höher als im stationären Handel.
• Zielgruppe: Verbraucher zwischen 25 – 44 Jahren geben größere Summen aus.
2018: In Deutschland und Österreich wird voraussichtlich der Umsatz von 2 Milliarden Euro geknackt.

Mit E-Mail Marketing zu mehr Umsatz am Black Friday

Wichtig zu wissen!

Zum Leidwesen von vielen Händlern wurde die Marke „Black Friday“ 2013 beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) für rund 1000 Waren und Dienstleistungen eingetragen. Dies führte zu massenhaften Abmahnungen. Aufgrund von zahlreichen Löschungsanträgen und einer mangelnden Unterscheidungskraft wurde die Wortmarke wieder gelöscht. Da der Markeninhaber Beschwerde einlegte, ist die Marke jedoch weiterhin wirksam. Dennoch sollten Sie sich nicht davon abhalten, lassen den Black Friday zu bewerben!

Geben Sie Black Friday einfach einen anderen Namen

Black Week!
Schnäppchen Friday!
Red Friday (wählen Sie eine Farbe, die zu Ihrer Unternehmensidentität passt)
Best Friday!
Special offer Friday!
Your Friday!
Black Schnäppchen Days.

5 Tipps, wie Sie sich optimal auf den Black Friday und Cyber Monday vorbereiten können

  1. Definieren Sie Ihre Aktionen und Kommunikationskanäle, über die der Black Friday und Cyber Monday beworben werden sollen, wie z.B. E-Mail, Social Media (Facebook, Instagram), die eigene Website oder Anzeigen.
  2. Bieten Sie Ihren Kunden die Möglichkeit, Lieblingsprodukte auf einen Merkzettel oder eine persönliche Wunschliste zu setzen. So können Interessierte frühzeitig und ganz in Ruhe in Ihrem Shop nach Produkten stöbern – um dann mit dem Aktionsbeginn zuzuschlagen.
  3. Kündigen Sie in Ihrem Shop und auf Ihren Social Media Seiten Ihre Special Deals für Ihre Newsletter-Empfänger an und freuen Sie sich über viele neue Newsletter-Abonnenten! Oder noch besser: Geben Sie Ihren neuen Abonnenten einen speziellen Code für extra Prozente.
  4. Machen Sie Ihre Kunden schon im Vorfeld auf diese Tage aufmerksam, damit diese nicht von Ihren tollen Black Friday Angeboten überrollt werden.
  5. Schicken Sie Ihren Newsletter-Abonnenten täglich Deal-Previews, bringen Sie sie damit auf Kaufideen und heizen Sie mit personalisierten Angeboten die Kaufstimmung an!

Unser Extra-Tipp: Nach dem Black Friday ist vor dem Black Friday. Stichwort Reporting. Werten Sie Ihre Kampagnen aus. Was hat funktioniert und was nicht? Ziehen Sie Ihre Schlüsse daraus und überlegen Sie, was Sie im nächsten Jahr noch besser machen können.

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Autor:

Morny Russell arbeitet im Marketing beim E-Mail-Software Anbieter CleverReach® in Rastede. Als kreative Textjongleurin und Über-den-Tellerrand Guckerin verfasst Sie Texte rund um das Thema E-Mail Marketing. Davor war sie viele Jahre als Autorin und Redakteurin für verschiedene TV-Produktionsfirmen wie der Brainpool TV GmbH in Köln und der Constantin Entertainment in München, in der TV-Unterhaltungsbranche tätig. In ihrer Freizeit ist sie bekennender Foodie und leidenschaftliche Instagrammerin.

Aufmerksamkeit – das Erdöl des digitalen Zeitalters

Wie erreichen wir Kunden in Zeiten digitaler Reizüberflutung?

Was haben Sie gerade gemacht? Mit hoher Wahrscheinlichkeit lag Ihre Aufmerksamkeit eben bei Ihrem Smartphone, der Smartwatch oder einem anderen Bildschirm.
Vielleicht haben Sie das Wetter gecheckt, im Chat geantwortet, Mails gelesen und einen Tweet abgesetzet. All dies läuft häufig parallel und in schnellem Takt. Aber nur das, worauf wir uns fokussieren, dringt ins Bewusstsein und bleibt in Erinnerung. Und genau darum geht es.
Diesen Artikel zu lesen, kostet Sie 4 Minuten. In den nächsten 2-3 Sekunden entscheiden Sie, ob Sie ihn zu Ende lesen…

Plastik, Kosmetik, Treibstoff … im 20. Jahrhundert lief nichts ohne Erdöl. Und heute?  (Historische Zapfsäulen; Credits: Tricia123/Pixabay)


Wie viele Markenkontakte  haben wir pro Tag?  Wie häufig berühren wir das Smartphones?
(Merken Sie sich, was sie geschätzt haben. Die Antwort lesen Sie unten.)
Das Kommunikationstempo hat sich extrem beschleunigt. Aber die Frage, wie man sich konzentriert und mit Überstimulierung umgeht, ist nicht neu. Wenngleich sie sich mit dem Aufkommen des Smartphones und einer neuen Mediennutzung stark verändert hat.

Es wird zu einem immer wichtigeren Faktor für dem Geschäftserfolg, diesen stetigen Wandel des Kommunikationsverhalten zu begreifen, Aufmerksamkeit zu lenken und für sich zu nutzen. Aber was ist Aufmerksamkeit eigentlich und wie kann sie zum Problem werden?

Wie gut können wir unsere Aufmerksamkeit richten und kontrollieren?
(„Brain Balloons“; credits to FotoEmotion/Pixabay).

Aufmerksamkeit quantifizieren – damals und heute

Wenn wir von Wahrnehmung sprechen, umfasst das ein sehr heterogenes Feld. Es gibt bewusste und unbewusste Wahrnehmung, periphäre Sinneseindrücke, gerichtete Aufmerksamkeit und schließlich mehr oder weniger komplexe kognitive Aufgaben. Schon im 19. und frühen 20. Jahrhundert setzte man sich intensiv mit der Mess- und Berechenbarkeit auseinander. Wie hat man Aufmerksamkeit früher gemessen?

Historische Untersuchungen analysierten die „Lebhaftigkeit“ und „Klarheit“ sowie „Stärke“ und „Schärfe“ des Sinneseindrucks, um festzustellen, was Probanden wann wie intensiv wahrnahmen. Allerdings stellte die
Quantifizierung und die Vergleichbarkeit schon immer ein Problem dar.

Schließlich wurde der „Grad der Aufmerksamkeit“ eingeführt und diesem auch numerische Werte zugewiesen (>>wie etwa hier). Dennoch konnten objektivierte Vorgehensweisen den subjektiven Eindruck nicht 1:1 abbilden und ersetzen. Auch wenn man sich fortan in der Berechnung übte, das Thema „Aufmerksamkeit“ blieb komplex.

Verteilung von Gemüt und Charakterzuständen auf Hirnareal (Phrenologie-Modell aus dem 18./19. Jahrhundert).

Wie lässt sich Aufmerksamkeit messen?

Nach wie vor steht die Wissenschaft vor der Herausforderung der eindeutigen Klassifizierung. Experimente und Versuchsaufbau bringen immer nur relative Ergebnisse, das heißt Vergleichswerte von mehreren verschiedenen Eindrücken zur selben Zeit. Auch heute noch sind >>parallel laufende Tasks der Weg um Wahrnehmung zu überprüfen und zu messen.
Bei aller Vielfalt und Fortschrittlichkeit der Messungstechnologie (Eye-tracking, fMRI, EEG) bleibt das Thema eben doch komplex. Es gibt nicht den einen absoluten Faktor zum Messen und Bewerten von Aufmerksamkeit.

Für den Geschäftsalltag müssen aber einfach zu handhabende Kennzahlen her um eine Steuerung überhaupt möglich zu machen. Diese verändern sich mit dem digitalen Wandel und angepassten Verhaltensweisen der User.
Im vergangenen Monat führte daher >>Burda ein neues Maß zur Marketingabrechung ein die „Engaged Views“. Nur für den aufmerksamen Kunden muss gezahlt werden. Die magische Zahl sind aktuell 7 Sekunden Verweildauer.

Im Digitalmarketing kündigt sich awareness-basierte Abrechnung an. (von www.turi2.de)

Vor zehn Jahren buchte man Werbung im Print und zum Teil auch digital nach Auflage und Umfang der Leserschaft. Mediadaten bieten diese Daten als historische Notiz noch immer an. In der Mediaplanung kommt Ihnen aber schon lange nicht mehr die Bedeutung zu, die sie früher einmal hatten. Für digitale Content Kreation und Optimierung sind Average time on page und Pages per Session schon lange zentrales KPIs. Eine gute Übersicht findet sich bei >>SEMRUSH („Measure your digital content performance“).

Grenzen der Aufmerksamkeit – wie viel ist ‚zu viel‘?

Mehr als 6.000 Markenkontakte erreichen uns alle im Schnitt jeden Tag. (Manche Schätzung liegen sogar deutlich darüber.) Bildschirme spielen dabei eine herausgehobene Rolle, insbesondere die von mobilen Endgeräten.

Jeden Tag berühren wir unser Smartphone im Schnitt 80 Mal und alle 12 Minuten. 4 Stunden ohne den Blick auf den kleinen Bildschirm kommen uns bereits extrem lang vor (>>Artikel zur 2071er Studie in der NY Times).

Nicht verwunderlich, also, dass man nach Wegen sucht, dem entgegen zu wirken um die Überstimulierung zu reduzieren. Fokus bewusst zu setzen und in der täglichen Reizflut wieder „Herr seiner Sinne“ zu werden, funktioniert nur durch Filtern. Will man nicht warten bis sich der ‚Overkill‘ einstellt, sondern ganz bewusst bestimmte Themen an sich heranlassen, muss man vor allem die Nutzung selektieren und Bildschirmzeit planvoll angehen.

Was früher in erster Linie elterliche Kontrollelement im Medienkonsum der Kinder am Smartphone war, ist inzwischen zum täglichen Instrument der persönlichen Medienhygiene geworden: Screen Time Management.

Aktives Filtern als Aufmerksamkeitsmanagement

Auf diesen Bedarf reagieren nicht nur App-Entwickler und Plattform-Anbieter wie youtube (>>Engadet: „Android and Youtube will help you manage Screen Time“). Auch Systemhersteller wie Apple haben „Screen Time Control“ mit iOS12 fest vorgesehen (>>The Verge: „How to use Apple’s new Screen Time and App Limits features in iOS 12“)

Mit diesem Schlüssel zur Reduktion der Kontakte steht aber zugleich auch schon die entgegensetzte Technologie in den Startlöchern. Wenn man nämlich die Aufmerksamkeit der Users hat, muss man sie auch maximal nutzen. Apples >>“Attention Aware Features“ dimmen oder aktivieren den Bildschirm über Gesichtserkennung und Blickverlauf.

Diese doppelte Vorgehensweise wohl ist jedem, der Kunden heute digital erreich möchte, zu empfehlen: nicht nur die Kommunikation sondern auch ganz bewusst die Nicht-Kommunikation zu nutzen.

Salopp gesagt: die Kunden auch mal in Ruhe zu lassen, ihre Aufmerksamkeit zu schonen. Also die Push-Nachricht auch mal ruhen zu lassen und nicht noch ein Mailing nachzusenden; oder sogar ihnen mittels zusätzlicher Services dabei zu helfen, sich zu strukturieren und eine bessere Balance zu finden.

Über die unerreichte Attraktivität von Amazon wurde schon viel diskutiert. Aus Sicht des Aufmerksamkeitsmanagement ist das Erfolgsfaktor eindeutig die Zentralisierung der Themen und Produkte als Generalist und eben nicht in der Nische. Interessanterweise gehören gerade Branchenkenner, die Amazons Monopolstellung im E-Commerce und Praktiken unglücklich und nicht fördernswert finden, oft zu den besten Kunden. Sie entscheiden sich für den Komfort und die Effizienz, obwohl sie sehr wohl um Alternativen wissen. Alles auf einer Plattform zu bündeln, macht die Beschäftigung schneller und effizienter. Die Bündelung schafft Raum und Zeit für anderes und macht damit das Leben viel einfacher.

Fazit

Den Kunden genau im richtigen Moment zu erwischen; das ist die große Kunst! Dazu muss man zunächst wissen, wie der Kunde tickt und sich „in der Situation“ verhält. Im nächsten Schritt aber auf dieser Informations- und Datenbasis sofort die Kommunikationsweisen und vor allem die Inhalte exakt auf den individuellen Leser anpassen. Das funktioniert am schnellsten und zielsichersten automatisiert.

Welches Thema, welcher Kanal und welcher Moment sind günstig? (credits to Mike Renpening/Pixabay).

Genau hier liegt daher das große Potential von KI und Personalisierung: die kostbare Aufmerksamkeit, die der Kunde Ihnen schenkt, sollten Sie für exakt auf ihn zugeschnittene Inhalte nutzen.
Aufmerksamkeit zu wecken ist heute schwerer denn je. Sie zu vergeuden unverzeihlich.

In der OXID Academy bieten wir ein kostenfreies Webinar zum Thema „Content & Neuromarketing“ an, das die Verbindung vom richtigen Content zum richtigen Zeitpunkt an Praxisbeispielen verdeutlicht. Der nächste Termin ist der 24. Januar 2019.

Weiterer Artikel zum Thema hier im Blog: >>“Content Commerce 3.0: Storytelling und KI“

Autor:

Caroline Helbing, OXID eSales

 

Caroline Helbing ist Senior Analyst und Content Writer bei der OXID eSales AG. Die Kommunikationsexpertin graduierte in Paris und München und ist seit 16 Jahren im E-Commerce aktiv. Seit 2007 ist sie beim Freiburger Open Source eCommerce Hersteller OXID eSales. Caroline analysiert und bewertet Trends und Märkte hinsichtlich Wachstumsimpulsen und branchenverändernder Technologien. Schwerpunkte sind „Omnichannel“, „E-Commerce im Zeitalter von Industrie 4.0“, „B2B Geschäftsmodelle“ und „Content Commerce“.

Gastblog: SEO – optimieren Sie schon?

Suchmaschinenoptimierung ist eine Disziplin des Onlinemarketing und es geht darum für bestimmte Begriffe – die SEOs nennen sie Keywords – in Suchmaschinen möglichst weit oben gefunden zu werden.

Wenn ich von Suchmaschinen spreche, meine ich in Deutschland Google. Der Gigant hat 2018 etwa 90% Marktanteil in der DACH Region und offensichtlich ändert sich das auch nicht.

Bei “weit oben” meine ich die Top 10 Suchergebnisse da die meisten User sich heute nicht mehr die Mühe machen, auf die zweite oder dritte Suchergebnisseite zu navigieren.

Und sie wollen gefunden werden!

Das Keyword “playstation 4” wird derzeit etwa 235.000 mal pro Monat in Google Deutschland gesucht. Das Keyword “playstation 4 günstig” immerhin noch 2400 mal. Ein Top 3 Ranking in Google bedeutet hier etwa 1500 zusätzliche Besucher am Tag. Die User haben mit “günstig” eine konkrete Intention und beim richtigen Preis werden sie auch bestellen.
Natürlich können Sie auch Anzeigen für Ihren Shop buchen und hier pro Klick bezahlen aber egal was Sie anbieten, SEO Traffic ist auf lange Sicht gesehen günstiger als SEA Traffic.

Auf was kommt es insbesondere bei Webshops an?

Ich könnte Ihnen hier nun etwas von geheimen Google Algorithmen erzählen und das Sie unbedingt einen SEO Experten oder das SEO Tool xyz benötigen. Aber dem ist nicht so. Ein Drittel SEO ist das technische Setup des Shopsystems. Ein weiteres Drittel sind die Inhalte, die der Besucher direkt sieht. Das letzte Drittel sind externe Faktoren, wie z.b. Links von fremden Websites. Und zwar genau in der Reihenfolge.

Denn ohne das technische Fundament crawlt Google den Content nicht und ohne guten Content wird niemand auf Sie verlinken. Erst wenn diese Faktoren stimmen ist überhaupt ein gutes Ranking möglich.

Hervorragende Inhalte kann auch ein Laie erkennen, ebenso ob es viele oder wenige Links auf eine Seite gibt. Ob die Seite technisch fehlerfrei ist allerdings ungleich schwieriger. Im folgenden möchte ich Ihnen einen kleinen Leitfaden an die Hand geben.

Hier anmelden, zum SEO Webinar

Google sagt Ihnen bereitwillig, was es an Ihrer Website nicht mag!

Nein, angerufen hat mich noch kein Google Mitarbeiter. Allerdings bietet Google die kostenlose Google Search Console (>hier klicken) an. Hier können Sie Ihren Webshop anmelden, einmalig verifizieren und schon bekommen Sie Informationen zu Ihrem Shop aus Sicht von Google und damit aus erster Hand.
Die Search Console zeigt Ihnen nicht nur mit welchen Keywords Sie gefunden werden, wie viele Klicks Ihre Suchergebnisse bekommen und welche Website Links auf Sie setzen, sondern auch jede Menge Informationen zum technischen Zustand Ihrer Seite. Sie bekommen Informationen zu Crawling Fehlern, doppelten Title Tags und Meta Descriptions, zur Antwortzeit Ihres Servers oder ob strukturierte Daten korrekt implementiert sind.

Bevor Sie nun also teuer irgendwelche SEO Tools kaufen oder eine SEO Agentur beauftragen, schauen Sie sich erst mal die Informationen in der Search Console an und versuchen Sie diese zu verstehen. Auch wenn Sie später SEO für Ihren Onlineshop nicht selbst machen, hilft Ihnen ein Grundverständnis enorm weiter.

Noch ein Tip am Rande: Wenn Sie sich einen SEO Dienstleister suchen, der nicht um Zugriff auf die Google Search Console bittet… suchen Sie weiter.

OnPage SEO – die Technik

Zuerst sollten Sie alle Fehler, die in der Search Console gemeldet werden, beheben. Da Google Websites regelmäßig crawlt, werden die Ergebnisse innerhalb von 1 – 2 Wochen dort auch zu sehen sein.
In der Search Console nennt Google auch die Anzahl der indexierten Seiten Ihrer Domain. Diese sollte in etwa mit der Anzahl der Seiten, die Sie auf Ihrer Domain ausliefern, übereinstimmen. Eine starke Abweichung egal in welche Richtungen deutet hier auf den ersten Fehler hin. Sind mehr Seiten physisch vorhanden als Google kennt, wird Ihre Website nicht komplett gecrawlt und wichtige Inhalte landen nicht im Index. Zeigt die Search Console weit mehr indexierte Seiten an als Ihnen bekannt sind, landen Seiten vielleicht mehrfach unter verschiedenen URLs im Index und Sie haben ein Duplicate Content Problem.
Oft hilft hier ein sogenannter SEO Crawler weiter. Das sind Tools die das Crawl-Verhalten von Google nachahmen und Ihnen helfen, Ihre Website so zu sehen, wie Google es tut. Hier gibt es kostenlose und kostenpflichtige Angebote. Für die erste Analyse reicht oft eine kostenlose Variante aus. Ab einer gewissen Seitengröße helfen diese SEO Crawler, Fehler und Probleme in Ihrer Seite zu finden.

Wo Ihnen SEO Crawler helfen können:

● fehlende/leere/doppelte Title Tags
● fehlende/leere/doppelte Meta Descriptions
● fehlende/doppelte H1 Tags
● fehlende/doppelte H2 Tags
● zu lange/kurze Title Tags
● zu lange/kurze Meta Descriptions
● zu kurze Texte
● alle internen Links (welche Seite erhält die meisten Links)
● alle externen Links
● Seiten mit mehr als 100 ausgehenden Links
● Seiten mit wenig eingehenden Links
● alle Seiten, die mit einem HTTP Status: 301, 302, 4xx oder 5xx antworten
● Identifizierung von Weiterleitungsketten
● X-Robots / Meta Robots zu jeder Seite
● mehrfache Canonical Tags
● mehrfache Robots / X-Robots
● mehrfache Title Tags, Meta Descriptions
● Seiten mit leeren/fehlenden ALT Tags
● URLs mit Großbuchstaben
● Fehler in URLs
● Übersicht aller URL Parameter
● Seiten mit mehr als 1 URL Parameter
● Seiten mit Framesets
● Seiten mit Inline CSS
● Seiten mit Inline JavaScript

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Ladegeschwindigkeit Ihres Onlineshops. User mögen keine langsamen Seiten und Google auch nicht. Antwortet Ihre Website zu langsam oder liefert gar manchmal einen Serverfehler, wird Google Ihnen keine User schicken und dementsprechend ist ein gutes Ranking ausgeschlossen. Eine Website sollte innerhalb von 4-5 Sekunden vollständig geladen sein und schneller ist hier immer besser. Um dies mit unterschiedlichen Browsern von verschiedenen Standorten zu prüfen, eignet sich das Tool Webpagetest (>hier klicken). Am Anfang etwas unübersichtlich, zeigt es Ihnen bei näherem Hinsehen recht genau, wo ggf. Performance Probleme zu finden sind und wodurch sie verursacht werden.

Mobile?

Die Nutzer von Google führen heute (2018) mehrheitlich mobile Abfragen durch. Über 50% der Google Suchen werden also von Handys oder Tablets erzeugt. Darum hat sich Google entschlossen, auch in seinem Index eine Mobile First Strategie zu fahren. Dies bedeutet, dass Google Ihre Website sowohl mit einem Desktop- als auch mit einem Mobile User Agent crawlt. In der Desktop Suche ändert sich hier derzeit nichts. Haben Sie als Webshopbetreiber aber keine mobile Version, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Ihre Rankings hier schlechter als in der Desktop Variante sind.

Am Ende… Vorgehensweise für Shop Administratoren

Ich hoffe, ich konnte darlegen, wie wichtig das technische Setup Ihres Shopsystems für alle weiteren SEO Maßnahmen ist. Natürlich kann von Fall zu Fall hier viel Arbeit entstehen. Darum hier eine Todo-Liste nach Priorität:

  1. Schwerwiegende Fehler, die ein gutes Ranking oder das komplette crawlen der Seite verhindern, müssen zuerst gelöst werden
  2. Dann klären, was technisch schnell machbar ist und hier beginnen
  3. Alle Fehler, die in der Google Search Console angezeigt werden, korrigieren
  4. Während des Prozesses alles wichtigen Keywords und URLs täglich monitoren
  5. Wöchentlich Google Search Console überwachen und auf Fehler und Meldungen zeitnah reagieren
  6. Einrichtung einer fortlaufenden Überwachung aller wichtigen SEO Parameter
Hier anmelden, zum SEO Webinar

Autor

Matthias Hotz arbeitet als Head Of Technical SEO bei der diva-e Advertising GmbH  (>zu diva-e) in München. Sein Hauptaufgabengebiet ist die Unterstützung von Kunden im Bezug auf technisches SEO, Page Performance, Crawlability, sauberer Quelltext etc. Davor war er mehrere Jahre bei 1&1 als Frontend Architekt und Head Of Sales Frontends Hosting beschäftigt. Die diva-e Advertising ist BVDW zertifizierte SEO und SEA Agentur, die mehrfach die Auszeichnung als beste SEO Agentur gewonnen hat. Neben SEO und SEA integriert die diva-e auch E-Commerce Lösungen.

OXID @ eCommerce Expo, London

Eindrücke aus dem OXID Partner Channel

Internationale Projekte auf OXID Basis gibt es bereits viele (>>OXID Whitepaper „Weltweit erfolgreich handeln“). Aber als Unternehmen waren wir bisher überwiegend im DACH Raum aktiv.
Um das zu ändern sind wir mit offenen Augen und vielen Fragen nach London zur >>ECOMMERCE EXPO, einer der führenden E-Commerce Messen in England, gefahren.
Schließlich heißt es oft, der englische Markt sei dem deutschen stets einige Jahre voraus.

Tradition, Charme und Schlangen

Als Rahmen der Veranstaltung wurde das altehrwürdige Olympia in Kensington gewählt. Eine traditionsreiche zentrale Location, die ihr Alter aber an vielen Stellen nicht verleugnen kann. Neben einer schönen zentralen Halle gibt es große Flächen mit sehr niedrigen Decken, die uns an „gute, alte Zeiten“ auf der Wiesbadener Mail Order World erinnern.

Auch das Publikum zeigte sich sehr gemischt. Goodies und Give Aways finden bei einem Besuchersegment einen reißenden Absatz. Das haben wir auf >>Internetworld und >>DMEXCO so lange nicht mehr gesehen.
Ein Publikumsmagnet ist die Veranstaltung aber auf jeden Fall, so dass wir an Aufgängen und Engpässen an der englischen Leidenschaft für’s Schlangestehen teilhaben können.

Unsere Themen: Customer Experience, Personalisation, Omnichannel

Am Konferenzprogramm lassen sich im Vergleich keine großen Unterschiede in Ausrichtung und Schwerpunktsetzung festmachen.
Hier begegnen uns dieselben Themen wie in München oder Köln. Alles dreht sich um Customer Experience, Engagement, Marketing Automation, Omnichannel, Payment Solutions und Personalisation (>> ECOMMERCE EXPO Conference Programme 2018).

Die zahlreichen Vorträge auf insgesamt elf kleinen Bühnen sind durch die Bank ausgezeichnet besucht, auch wenn häufiger ein Produkt oder ein Service im Vordergrund steht.
Alle Besucher der Vorträge werden dabei vom Servicepersonal erfasst. Falls die Kontaktdaten anschließend den Vortragenden zugänglich gemacht werden ist dies sicher ein echter Mehrwert, den wir von deutschen Events so nicht kennen.

Partnerschaften, dies- und jenseits des Kanals

Besonders wichtig und spannend waren für uns die Gespräche mit unseren Partnern, die bereits im englischen Markt präsent sind und uns gutes und offenes Feedback zu ihren Erfahrungen und Aktivitäten geben konnten. Ein herzliches Dankschön für den partnerschaftlichen Austausch an >>Trusted Shops, >>Klarna, >>FACT-Finder, >>Styla, >>Akeneo und >>Avalara.

Netzwerken! OXID Partnertag 2018 und Planung 2019

Unser Fazit: we’ll be back!
Nächstes Jahr werden wir uns auf dieser Messe sicher wiedersehen. Auch die zweite große Veranstaltung, die >>Internet Retailing Conference, ist im Kalender vermerkt.
Partner, die uns auf dieses Event beziehungsweise in den Markt begleiten möchten, sind herzlich eingeladen sich mit uns auszutauschen.

Der OXID Partnertag am 15. November (>>Tickets hier ab 1.10.2018) ist eine ausgezeichnete Gelegenheit, gemeinsam die Aktivitäten für 2019 zu planen.

Autor

Markus Baars hat es als Nordlicht in die Toskana Deutschlands gezogen, wo er seit 2011 für das Partnergeschäft der Freiburger OXID eSales AG verantwortlich ist.
Amazon-Kunde ist er seit 2000 und hat sein Online-Sozialisation auch in der „Plattformökonomie“ bei Google in Dublin und Amazon in Luxemburg erhalten, noch bevor diese so genannt wurde. Heute ist er der richtige Ansprechpartner für alle, die mit der OXID eSales AG ein gemeinsames Geschäftsmodell entwickeln wollen.

Gastblog: Facebook Fanpages und Custom Audiences – Was ist noch erlaubt?

In letzter Zeit hat die Rechtsprechung durch zwei Urteile von sich Reden gemacht, die Shopbetreiber mit einer Facebook Fanpage und solche, die Custom Audiences nutzen, in rechtliche Schwierigkeiten gebracht haben.

Zum einen entschied das Verwaltungsgerichtes Bayreuth, dass Facebook Custom Audiences from your List ohne Einwilligung der Kunden gegen Datenschutzrecht verstößt (>>Beschluss vom 08.05.2018, Az.: B 1 S 18.105)

Zum anderen stufte der Europäische Gerichtshof (EuGH) die Betreiber von Facebook-Fanpages als Verantwortliche für den Datenschutz ein (>>Urteil vom 05.06.2018, Az. C-210/16), obwohl sie keinen Einfluss auf das haben, was Facebook datenschutzrechtlich tut oder nicht.
Es stellt sich daher die Frage, wie sich Shopbetreiber aktuell zu den beiden Themen verhalten sollen.

1. Facebook Custom Audiences

Was ist was?

Bei Facebook Custom Audiences (Fb.CA) ist zwischen zwei Varianten zu unterscheiden:

Über die Variante „Kundenliste“ ist es möglich selbst erstellte Kundenlisten mit Facebook Nutzern abzugleichen, um auf Facebook gezielte Werbekampagnen für Kunden durchzuführen.
Hierbei werden zum Beispiel E-Mailadressen oder Telefonnummern in den Facebook Adverts Manager im eigenen Unternehmensaccount hochgeladen und so durch den Shopbetreiber an Facebook übermittelt.

Bei der Nutzung der Variante „über Pixel“ wird ein sogenanntes Tracking-Pixel von Facebook auf Ihrer Webseite eingebaut. Durch das Pixel werden Cookies gesetzt. Mithilfe der Informationen aus den Cookies erfährt Facebook, welche seiner Nutzer die Webseite mit dem Pixel besucht haben und zeigt diesen bei Nutzung von Facebook Werbung der Webseite an.
Ist zusätzlich die Funktion „erweiterter Datenabgleich“ aktiviert, werden die erzeugten Informationen außerdem mit über die Webseite erhobenen Daten angereichert und an Facebook übertragen. Dies können z.B. E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Nutzerkontodaten oder Ähnliches sein.

Rechtliche Lage

Der Dienst Fb.CA „Kundenliste“ sollte zukünftig nur noch mit Einwilligung des Nutzers verwendet werden.
Mit Beschluss vom 08.05.2018 bestätigt das Verwaltungsgericht Bayreuth eine entsprechende Anordnung des Bayrischen Landesbeauftragten für Datenschutz (BayLDA), nach der ein Einsatz dieses Marketing Werkzeuges ohne Einwilligung des Nutzers unzulässig ist. Die Anordnung erging vor Inkrafttreten der neuen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), berücksichtigt aber bereits vorsorglich die neue Rechtslage. Da die DSGVO den Schutz der Betroffenen grundsätzlich erweitert, ist davon auszugehen, dass die Anordnung auch einer gerichtlichen Überprüfung auf der Grundlage des neuen Datenschutzrechts standhalten würde. Eine Nutzung des Dienstes trotz fehlender Einwilligung der Betroffenen kann daher zu Abmahnungen und Bußgeldern führen.

Für die Nutzung von Fb. CA „über Pixel“ mit aktiviertem erweiterten Datenabgleich, ist aufgrund der Übertragung der angereicherten Daten an Facebook ebenfalls eine Einwilligung einzuholen.
Auch die Nutzung von Fb. CA „über Pixel“ ohne Zusatzfunktion ist zumindest nach einer >>Stellungnahme der Datenschutzkonferenz vom 26.04.2018 ohne vorherige Einwilligung der Betroffenen unzulässig, denn nach Meinung der Datenschützer erfordert der Einsatz von Tracking-Diensten jeglicher Art immer eine vorherige Einwilligung. Wer als Shopbetreiber also jegliches Risiko ausschließen möchte, sollte beim Einsatz von Fb.CA in allen Varianten immer eine Einwilligung einholen.

Allerdings gibt es noch keine gerichtlichen Entscheidungen zu dieser Thematik.
Nach unserer Einschätzung sollte die Nutzung von Fb.CA zumindest in der einfachen Pixel-Variante (also ohne jeglichen Datenabgleich) auch ohne vorherige Einwilligung auf der Grundlage eines berechtigten Interesses gemäß Art. 6 Abs. 1 f DSGVO möglich sein.
Voraussetzung wäre jedoch, dass die Webseitenbesucher in der Datenschutzerklärung umfassend informiert werden und ihnen eine Opt-Out-Möglichkeit angeboten wird. Wir meinen, dass durchaus auch grundlegende, statistische Analysefunktionen künftig unter ein berechtigtes Interesse fallen und somit keiner Einwilligung der Betroffenen bedürfen.

In allen Fällen ist in der Datenschutzerklärung umfassend über die Verwendung der Dienste zu informieren.

Was müssen Sie tun?

Holen Sie für die Nutzung von Facebook Custom Audiences „Kundenliste“ die Einwilligung der Nutzer für die Datenverarbeitung ein. Sofern Sie den Dienst Facebook Custom Audiences „Pixel“ mit erweitertem Datenabgleich nutzen wollen, holen Sie bitte auch hier eine Einwilligung der Webseitenbesucher ein. Die Einwilligungen können in beiden Fällen über ein sogenanntes Cookie-Banner abgefragt werden. Bitte stellen Sie sicher, dass bereits vor dem Setzen des ersten Cookies eine Zustimmung vorliegt.

Zusätzlich muss den Nutzern in allen Varianten die Möglichkeit geboten werden Ihre Einwilligung zu widerrufen. Bei der Gestaltung der Widerrufsmöglichkeit sollten die entsprechenden >>„Hinweise und Anforderungen für Verantwortliche zum Einsatz von Facebook Custom Audience“ des BayLDA beachtet werden.
Ein Widerruf soll demnach durch Setzen eines Opt-Out-Cookies erfolgen. Dieses verhindert das Setzen von Tracking-Cookies und sollte unbegrenzte Gültigkeit besitzen. Nach Setzen des Opt-Out-Cookies darf keinerlei weiterer Datenverkehr mit Facebook stattfinden.
Der Webseitenbetreiber muss selbst eine geeignete Opt-Out-Lösung implementieren und darf nicht einfach auf Facebook verweisen. 

2. Facebook Fanpages

Das rechtliche Problem

Nachdem der EuGH sowohl Facebook als auch die Betreiber von Fanpages als „Verantwortliche“ im Sinne des Datenschutzrechts eingeordnet hatte, musste Facebook reagieren.
Die DSGVO sieht in Art. 26 ausdrücklich vor, dass bei mehreren Verantwortlichen vertraglich festgelegt werden muss, „wer von ihnen welche Verpflichtung gemäß dieser Verordnung erfüllt, insbesondere was die Wahrnehmung der Rechte der betroffenen Person angeht und wer welchen Informationspflichten […] nachkommt.

Wie hat Facebook reagiert?

Am 11.09.2018 hat die Facebook die Allgemeinen Geschäftsbedingungen geändert und um die entsprechenden Regelungen ergänzt. Im >>„Page Controller Addendum“ wird jetzt geregelt, dass Facebook mit dem Fanpage-Betreiber gemeinsam verantwortlich ist und die Verantwortung für die Bereiche Informationspflichten (Art. 12 – 13 DSGVO), Betroffenenrechte (Art. 15 – 22 DSGVO) und Datensicherheit und Meldung von Datenschutzverletzungen (Art. 32-34 DSGVO) übernimmt. 

Was müssen Sie tun?

Der Fanpage-Betreiber selbst muss nur noch eine umfassende Datenschutzinformation in die eigene Fanpage integrieren mit Infos dazu, zu welchem Zweck bzw. auf welcher Rechtsgrundlage welche personenbezogenen Daten verarbeitet werden.

Außerdem ist anzugeben, dass Facebook ein gemeinsam Verantwortlicher ist und es sollte auf die Datenschutzinformation von Facebook hingewiesen und verlinkt werden.

Schließlich muss darüber informiert werden, welche Rechte ein Betroffener gegenüber Facebook geltend machen kann und wie er dazu vorzugehen hat. Auch hier kann auf die entsprechenden Infos bei Facebook hingewiesen und verlinkt werden.

Autor

>>Sabine Heukrodt-Bauer ist Sprecherin auf diversen Events und Kongressen der IT-Branche und Dozentin für IT-Recht an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Sie veröffentlicht regelmäßig Artikel zu aktuellen Themen im IT-Recht und E-Commerce und betreut seit über 10 Jahren für die INTERNET WORLD Business die Kolumne „E-Shop-Tipp“. Sie sitzt im Ausschuss „IT-Recht“ der Bundesrechtsanwaltskammer.