Beiträge

20 Jahre E-Commerce Dynamik

Wie plant man Erfolg in einem (großen) Markt, der sich ständig verändert?

2018 erwarten wir einen Gesamtumsatz im digitalen Handel allein im B2C Commerce von knapp 64 Milliarden Euro (Statista) in Deutschland. Das ist Rekord. Mal wieder.

Der dt. E-Commerce wächst exponentiell und als einziges Handelssegment seit 20 Jahren 2-stellig.

(Statista)

Im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte sind die E-Commerce Umsätze Jahr für Jahr zweistellig gewachsen. Was man dabei gern vergisst:
dies geschah nicht als von Beginn an absehbare Kumulation oder als ein gesteuerter Schritt-für-Schritt-Transfer des Einkaufsalltags ins Web. Und positiv bewertet wurde dieses nahezu lineare Wachstum auch nicht.

So selbstverständlich und fast schon zwingend uns diese Entwicklung der Digitalisierung des Handels heute auch erscheinen mag; die Erfolgsgeschichte des E-Commerce wurde nicht nur lange angezweifelt, sondern ist bis heute von einem moralisierenden Unterton begleitet.
À la: ‚Toll, dass ihr wachst, aber ihr wisst schon, dass andere deswegen sterben!
Als sei Handel per Definition auf einen Kanal festgelegt – den stationären natürlich – und stehe nicht etwa das veränderte Bedürfnis der Kunden im Zentrum des digitalen Wandels. So mancher stationäre Einzelhändler glaubt noch, ein zufälliger und umkehrbarer Digitalhype locke die Menschen vor den Bildschirm statt durch die Ladentür. Und eine Umkehr wäre ihnen das Allerliebste.

Dabei sind 20 Jahre eine wirklich lange Zeit, um sich an einen Wandel zu gewöhnen. Entscheidende Jahre, in denen sich heutige Riesen wie Amazon immer wieder neu erfanden und ihr Gesamtmodell perfektionierten. 1998 war das Jahr in dem Amazon – nachdem es seinen IPO hingelegt hatte – auch in Deutschland startete und sich anderen Warengruppen als Büchern öffnete.

Aber selbst damals kam der Online-Umsatz nicht urplötzlich aus dem Nichts, sondern wurde nur nicht ernst genommen. Was für eine enorme Marktgewalt sich aus „diesem Internet“ entwickeln könnte, war auch dann noch nicht ansatzweise gesellschaftliches Thema, als es 1998 im Prinzip schon jedem zugänglich und in der öffentlichen Wahrnehmung etabliert war.

Blast from the Past: „Online sein“ vor 20 Jahren

Dieser Tweet bringt in bester „Show-don’t tell“-Manier in Erinnerung, wie suspekt „Online“ schien und wie distanziert diskutiert wurde. (Dieser Beitrag stammt wohlgemerkt aus einem Jugendmagazin für Computer- und Videospiele!)

Das war 1998, als der digitale Handel im Konsumentenbereich überschaubare aber dennoch nicht zu verachtende 1,5 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftete. (Zum Vergleich ein aktuelles „offline“ Beispiel: Für dieselbe Summe stattet die London Underground gerade die Piccadilly Line mit 94 neuen Züge von Siemens aus.)

2018 hat sich dieses Volumen mit knapp 64 Mrd. Euro nicht nur vervierzigfacht, sondern wird parallel begleitet von einem sprunghaften Wachstum im B2B Bereich, das für 2018 auch auf etwa 40 Milliarden Euro geschätzt wird (Statista).

Von 1.5 auf knapp 64 Mrd. € – in 20 Jahren hat sich allein der B2C E-Commerce Umsatz in Deutschland vervierzigfacht. (>>Quelle: OXID eSales)

Ob man die Digitalisierung mit Begeisterung oder Besorgnis betrachtet: es steht außer Frage, dass der digitale Handel ein wirklich großes Rad dreht. Und wer als Unternehmen an diesem Erfolg teilhaben möchte, muss mindestens genauso schnell mit dem Markt mitwachsen. (Beziehungsweise schneller, wenn Marktanteile nicht nur gehalten sondern sogar gewonnen werden sollen.)

Doch wie gelingt dies? Welche Faktoren haben dieses Marktwachstum möglich gemacht? Und wie stellt man sich als Onlinehändler darauf ein?

Mal wieder ein Jahresrückblick – Erfolg dank Trends?

Zum Ausklang des alten und Beginn des neuen E-Commerce-Jahres kann man ihnen nicht ausweichen: den alljährliche Trendschauen. Was lief gut, was verlor an Bedeutung und was beweist in den kommenden Monaten Hypepotential? Kein Newsletter, kein Magazin, kein Blog kommen ohne diese feste Größe in der Redaktionsplanung aus.

In Verbindung mit dem beachtlichen Marktwachstum sieht die Begeisterung für Trends und Hypes nach einer vielversprechenden Tatik aus. Wenn die Dynamik sich rasant entwickelt, mischt man am besten dort mit, wovon alle reden – oder nicht?
Fakt ist: Die Zahlen haben sich beeindruckend entwickelt. Aber während das Umsatzwachstum kontinuierlich anstieg, galt das für Trends nicht unbedingt. Nehmen wir bespielsweise den mobilen Touchpoint als Checkout („M-Commerce“ nannte man es eine zeitlang).

Nichts hat die flächendeckende Digitalisierung aller Bevölkerungsschicten und Alterstufen so vorangetrieben wie das Smartphone. Doch die Vorstellungskraft und Bereitschaft, mobil einzukaufen, drängte schon lange vorher in den Markt.
Vor 18 Jahren begleitete ich in einer Kommunikationsagentur den Markteintritt von mobilen Bezahlkonzepten. Die Idee, bargeldlos mit dem Handy zu bezahlen, hat uns damals schon elektrisiert. (Der große Durchbruch der Smartphones gelang erst 2007 mit dem iPhone.)
Paybox, Payitmobile und andere Pioniere von damals, sind seitdem gänzlich verschwunden oder in der Bedeutungslosigkeit versunken. Seit einigen Jahren hat sich Bezahlen mit Swipern oder nativen Apps wie von Paypal etabliert. Mit dem jüngsten Markteintritt von Apple Pay darf man nun allmählich von einem massiven Anstieg der Nutzung ausgehen. 16 Jahre liegen dazwischen. 16 Jahre in denen man diesen Trend gut und gerne auf die lange Bank schieben konnte.

„Die Digitalisierung“ ist kein Eisberg – Erfolg erklären mit Modellen?

Das Eisberg-Modell von Paul Watzlawick hat eine steile Karriere hinter sich. Ursprünglich entwickelt für zwischenmenschliche Kommunikationssituationen wird es mittlerweile auf vielfältigste Szenarien und mehr oder weniger verwandte Gebiete angewandt – auch auf die Digitalisierung und Digitalisierungsprojekte.

Plausibel, zugänglich, Botschaft sofort erfassbar – das Eisberg-Modell hat zurecht viel Fans.

Der Eisberg hat aber auch, wie alle Modelle, das Problem, dass er auf alles ein wenig, aber auf nichts perfekt passt. Während wunderbar klar wird, dass vieles ungewiss und gerade zu Beginn unüberschaubar ist. Wird zugleich mit diesem Bild eine gefährliche Illusion erzeugt: der Eindruck, dass, wenn wir den Eisberg nur von vornherein sehen könnten (bspw. durch Tauchen), wir ihn problemlos erkennen und sofort in den Griff bekommen könnten. Das ist ein Trugschluss: denn unausgesprochene Glaubenssätze sind genauso wenig im Vorfeld zu erkennen, wie der weitere Verlauf des digitalen Wandels.

Nehmen wir ein typisches Beispiel digitalen Wandels: Einführung eines Online-Vertriebskanals im Unternehmen. Zunächst denkt man, mit dem Aufsetzen einer E-Commerce Plattform ist es getan (Spitze des Eisbergs). Dann merkt man, dass bisherige IT-Strukturen auch davon betroffen sind wie PIM, CRM, ERP, CMS… (man taucht allmählich unter die Oberfläche und erkennt, dass da noch mehr Eis wartet) und schließlich realisiert man, das Produktion, Portfolio, Kommunikation ja die gesamte Firmenkultur ganz genauso davon betroffen ist (Erkenntnis: der Eisberg ist unter Wasser viel, viel größer als über der Oberfläche zu erkennen war).

Der Trugschluss ist nun zu glauben, dass man die großen Ausmaße des Projekts eben von vornherein einmal komplett in Augenschein hätte nehmen müssen. Dann hätte man von Anfang alles im Blick gehabt und später keine Überraschung. Und genau das ist falsch, das stimmt nicht! Denn der digitale Wandel ist nicht statisch, sondern – wie der Name schon sagt – ein Prozess! Erst während man den Wandel begleitet und erlebt, bilden sich die Veränderungen heraus. Sie stehen nicht von vornherein fest. Mit einem neuen Kanal, entwickelt sich eine neue Zielgruppe, eine neuer Kommunikationsbedarf, neue Business Katalysatoren und neue Produkte und Services. Man kann dies nicht von Tag 1 festlegen, sie bilden sich heraus und werden von denen, die den Wandel mitgehen, erschaffen.

Rinding the wave: Anforderungen an E-Commerce Player

Wenn man also nach einem geeigneten Gleichnis für den digitalen Wandel (des Handels, eines Geschäftsmodell, des Nutzerverhaltens) sucht, dann eignet sich dafür statt des Eisbergleichnisses viel besser die Welle.

Im Modell der Welle ist eine ständige Dynamik der Umwälzung und des Neuentstehens fest und unveränderbar enthalten. Sie bewegt sich kilometerweit über Wasser und verändert dabei ständig die Form. (So wie sich der Wunsch und praktische Ideen, mobil zu bezahlen über 16 Jahre kontinuierlich da waren sich über die Zeit aber verändert haben.)
Zudem – ist der auf der Oberfläche sichtbare Wellenkamm nur ein kleinerer Teil der Welle und eher Wirkung als Ursache. (Das Mobiltelefon haben wir alle seit Jahren in der Tasche.)

E-Commerce Wachstum: die Kraft der Welle
Eine Welle bricht sich Bahn. Die Gischt und der Wellenkamm sind sichtbar, aber das, was die Bewegung vorantreibt, passiert unter Wasser; wie beim Digitalen Handel.

Die antreibende Kraft und der Großteil der Bewegung passiert unter der Oberfläche.

So wie sich das mobile Bezahlen nicht aus sich selbst speist, sondern von vielen Faktoren abhängig ist, gilt dies ebenso für andere Digitalisierungszenarien. Technologie, Marktbegleiter, Konsum, Budgets, Werte, Lebensumfeld und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, Fähigkeiten und Kompetenzen müssen in geeigneter Konstellation zusammentreffen, damit aus einem Trends nachhaltiges Wachsum entsteht.

Erfolg durch Fokus? -Was ist eigentlich „Kerngeschäft“?

 

Die interessanten Lehrstücke der letzten 20 Jahre E-Commerce sind diejenigen Beispiele, in denen Entwicklungen zwar aufgegriffen aber nicht ernsthaft oder nicht weitreichend genug implementiert wurden. Dass bei einer schwer vorhersagbaren Entwicklung Experimente notwendig sind, ist den Meisten klar. Aber wann ein Experiment gescheitert ist, oder ob man gerade dann die nächste Stufen zünden muss, bleibt ein großes Rätsel – oder eine hohe Kunst. Das Gefühl für den richtigen Augenblick, genannt „Kairos“ (nach seinen altgriechischen Meistern).

Tatsächlich sind viele unterwegs auf der Strecke geblieben, nicht weil, sie sich der digitalen Entwicklung gänzlich verschlossen hätten. Sondern häufig, weil sie versucht haben sich treu zu bleiben und damit auf das falsche Pferd gesetzt haben. Zu früh oder zu spät aktiv geworden sind. Für wie viele Unternehmen war der beliebte Management-Klassiker sich „auf das Kerngeschäft zu konzentrieren“ eigentlich das Todesurteil? (aktuell begründet so etwa Condé Nast das Einstampfen eines neuen thematischen Zweigs ihres Verlagsportfolios)

Vor einem Jahr haben wir bei OXID mit den Schwerpunkt Katalog-Versandhandel ein Schlaglicht auf ein Medium gesetzt das nur vermeintlich ein eigenes Geschäft ist. (Ein Überblick über gute Beispiele hier, und der Nachruf auf den dann prompt im Sommer eingestellten Otto-Katalog hier.) Rückblickend ist klar: der Katalog als Kanal hat Zukunft, aber er ist kein „Kern“. Katalog allein ist kein Geschäftsmodell.

Erfolgstipp: Kenne deinen ‚Gegner‘ – und reiche ihm die Hand!

Der Blick – quasi sich als Gegenprobe – auf die vergangenen 20 Jahre von Google zeigt es in beispielloser Klarheit: Statt das Kerngeschäft „Suche“ zu eng und rückwärtsgewandt zu zementieren, wird „Sichtbarkeit für den User“ immer wieder neu definiert. Suchalgorithmen brauchen Plattformen, Browser fürs Web, Speaker für den physischen Raum und viele weiteren Touchpoints, mit denen sich der Kunden gern und häufig beschäftigt.

20 Jahre Sichtbarkeit: Wie Google sich mit dem Wandel aufstellte.

„Digitalisieren heißt Feindbilder aufzugeben“, so fasste es Karin Stäbler, Geschäftsführerin von Reich Online und treibende Kraft hinter der Digitalisierung der Calida Group, im Sommer dieses Jahres zusammen.
Im Zentrum steht immer der oder die Kundin mit ihren Bedürfnissen, die zu bedienen sind. Und das darum entwickelte Geschäftsmodell ist nur Mittel zum Zweck und darf nicht unverrückbar sein. (Das ganze Video-Interview auf der OXID Commons 2018 fnden Sie unten.)

„Zusammenrücken, um dem Kunden das zu  bieten, was er braucht.“

Karin Stäbler, CALIDA, im Juni 2018 auf der OXID Commons.

 

 

Fazit: Erfolgstraining? „Watching the waves“

Agil bleiben, sich anzupassen und zu experimentieren, sind der einzige Weg zum Erfolg und zugleich niemals eine Erfolgsgarantie. Es gehört mehr dazu.

Geschäftsmodelle werden nicht einfach ‚ins Netz gehoben‘. Produkte werden nicht einfach digitalisiert. Sondern: Es werden zum Teil bekannte, zum Teil aber auch ganz neue Bedürfnisse des Kunden mit digitalen Maßnahmen erfüllt. Es ist nicht das mobile Bezahlen an sich. Und auch nicht die Möglichkeit des Personalisierens durch Machine Learning. Diese Bedingungen und Möglichkeiten sind schon lange da. Wie die Welle auch. Es ist der richtige Augenblick für den Wandel, der über Erfolg und Misserfolg entscheidet. Und die Fähigkeit, diesen richtigen Augenblick zu erkennen.

Übung macht den Meister. Und wie beim Surfen hilft es auch im Handel, viele Wellen gesehen und sich vorbereitet zu haben, um im nächsten günstigen Moment zur Stelle zu sein. Insofern haben die alljährlichen Trendschauen vielleicht doch ihren Sinn. „Watching the waves“ nennt es der Surfer. Eine schöne und wichtige, vorbereitende Aufgabe. Aber man muss die Welle auch reiten wollen. Vom Zuschauen allein, kommt keine Meisterschaft.

Watching the waves… (Foto: C.Helbing, privat.)

Um im Surfer-Bild zu bleiben, könnte man noch ergänzen: niemand kann alle Wellen reiten.
Aber die, die man wirklich mitnehmen will, muss man zwingend im richtigen Augenblick erwischen.

 

 

Autor:

Caroline Helbing, OXID eSales

 Caroline Helbing ist Senior Analyst und Content Writer bei der OXID eSales AG. Die Kommunikationsexpertin graduierte in Paris und München und ist seit 16 Jahren im E-Commerce tätig, seit 2007 beim Freiburger Open Source E-Commerce Hersteller OXID eSales. Caroline analysiert und bewertet Trends und Märkte hinsichtlich Wachstumsimpulsen und branchenverändernder Technologien. Schwerpunkte sind „Omnichannel“, „E-Commerce im Zeitalter von Industrie 4.0“, „B2B Geschäftsmodelle“ und „Customer Experience“. Sie ist in E-Commerce Jurys und als Speakerin aktiv, und teilt ihr Wissen regelmäßig als Referentin in der OXID Academy.

Gastblog: Google zertifiziertes Händlerprogramm – Nutzen für Händler und Kunden?

Das Google zertifizierte Händlerprogramm wird bei Shopbetreibern immer beliebter. Viele große und kleine Anbieter nutzen das Google Gütesiegel inklusive Bewertungsmöglichkeit der Käufer. Lernen Sie heute, welche Vor- und Nachteile es hat und wie sich die Verbreitung im Laufe der letzten Monate weiterentwickelte.

Welche Anforderungen und Leistungsstandards muss Ihr Shop erfüllen?

Onlineshop-Betreiber müssen einige Anforderungen erfüllen und im weiteren Verlauf den Leistungsstandards entsprechen. Google bietet sein Gütesiegel Onlineshops an, welche durchschnittlich mindestens 200 Bestellungen im Monat abwickeln. Daneben gibt es ähnliche Voraussetzungen wie bei Google Shopping:

  • Die Kommunikation mit dem Kunden sollte in der Regel innerhalb von 24 Stunden möglich sein
  • Die gehandelten Waren und Dienstleistungen müssen aus unbedenklichen Kategorien stammen
  • Die Lieferzeiten der Artikel oder Dienstleistungen sollen verbindlich sein, ähnlich wie es bei Google Shopping Voraussetzung ist
  • Bezüglich des Kaufvorgangs dürfen die Warenkörbe nicht auf fremde Webseiten ausgelagert werden. Der Bezahlvorgang soll per SSL-Zertifikat verschlüsselt sein, um die Kundendaten soweit wie möglich gesichert zu haben

Google möchte diese Daten natürlich validieren und befragt die Kunden, wie der Bestellvorgang abgelaufen ist. Da diese vielleicht zuerst Google anstatt dem Shopbetreiber antworten, bleibt die Frage, wie sicher die Daten dort sind.
Derzeit vertreibt Google die angebotenen Produkte nicht selbst. Sollte dies jedoch irgendwann passieren, könnten aus den historischen Daten viele Kenntnisse gewonnen werden. Diese hatte Google vor dem Einsatz des Siegels nicht.

Welche Leistungen bringt Ihnen das Google zertifizierte Händlerprogramm im Vergleich zu anderen Gütesiegeln?

Für Sie ist es kostenlos. Es lässt sich schnell einrichten und einbinden. Innerhalb von 90 Tagen wird geprüft, ob der Shop den Anforderungen entspricht. Kunden können ab diesem Zeitpunkt den Kauf bewerten und werden zudem – in einem gewissen Maße – durch die finanzielle Absicherung vor Betrug geschützt.

Im Gegensatz zu kostenpflichtigen Käuferschutz- und Bewertungsplattformen wie Trusted Shops oder eKomi, ist hier der versicherte Betrag auf 1.000€ je Bestellung reduziert. Käufer und Shopbetreiber sollen Probleme selbst lösen, bevor Google aktiv wird.
Eine weitere Grenze des Käuferschutzes: Google deckt grundsätzlich nur Schäden mehrerer Kunden bis zu einer Grenze von 3.500€ je Shop ab. Danach wird das Gütesiegel theoretisch entzogen. Praktisch kann dabei aber durch Zeitüberschneidungen die Problematik entstehen, dass bis zum Greifen der Maßnahmen Kunden ins Leere laufen, die nicht abgesichert sind.

Bewertungsmöglichkeiten

Redcoon Google GütesiegelNeben der rechtlichen Absicherung sollen die Bewertungen über den Shop aufklären. Viele Kunden nutzen das bereits. Redcoon hat zum Beispiel über 30.000 Bewertungen von Käufern erhalten und ist damit führend in seiner Branche. Allgemein kann jedoch nur der Shop und nicht der Kauf bzw. die Funktion einzelner Produkte, wie es z.B. bei eKomi möglich ist, bewertet werden.

Wo wird der Käufer über das Google Gütesiegel informiert?

Google GütesiegelStandardmäßig wird das Siegel im Onlineshop schwebend in der rechten unteren Ecke eingeblendet. Es kann aber von Ihren Shopentwicklern auch an einer anderen Stelle positioniert werden.
Über einen Klick auf die Bewertungssterne gelangen Interessenten zu den abgegebenen Bewertungen. Das Siegel wird unserer Erfahrung nach häufig in Google Shopping Ergebnissen angezeigt und kann auch ohne Mehrkosten in Ihre Google AdWords Anzeigen integriert werden.
Hier sticht das Siegel besonders hervor. In der Google Suche hingegen wird dies in der Regel von den weiteren Anzeigenerweiterungen verdrängt, oder nicht angezeigt, da mehrere Gütesiegel genutzt werden.

Wie wird das Google zertifizierte Händlerprogramm von Kunden genutzt?

Aufgrund der täglichen vielzähligen Änderungen konnten wir leider keine direkten Auswirkungen auf den Umsatz beobachten, welche wir dem Einsatz des Siegels hätten zuordnen können. Es wird jedoch von vielen Käufern gerne genutzt, welche aktiv Bewertungen abgeben. Damit scheint eine weitere Zielgruppe angesprochen worden zu sein, die diese Bewertungsart als relevant ansieht.

Abschließend Zusammengefasst:

Vorteile:

  • einfache Integration durch umfangreiche Dokumentation und Kompatibilität mit gängigen Shopsystemen
  • keine finanziellen Kosten, dafür Abgabe der Daten
  • Bewertungsmöglichkeit für Kunden
  • Kundensicherheit durch Anforderungen sowie finanzielle Absicherung bis 1.000€
  • Gütesiegel in Google AdWords Shopping & ggf. Suche sichtbar
  • Vertrauen in Google Produkte von einigen Zielgruppen

Nachteile:

  • geringere finanzielle Absicherung auf Kundenseite (1.000€ je Bestellung) im Vergleich zu kostenpflichtigen Anbietern
  • kostenpflichtige Anbieter haben in der Regel derzeit noch eine bessere Anerkennung beim Kunden, weil diese weiter und länger verbreitet sind
  • geringer Prüfungsumfang durch den Anbieter im Vergleich zu kostenpflichtigen Käuferschutzprogrammen
  • einzelne Produkte können nicht bewertet werden, sondern nur der gesamte Kauf
  • Google erhält ein weiteres Mal Einsicht in Daten von Nutzern. Im Gegensatz zu den vorhandenen Auswertungstools wie Google Analytics oder Google AdWords nun auch noch spezifischer und personenbezogener.

Fazit

Google hat ein interessantes Gütesiegel mit Bewertungsfunktion geschaffen, welches am deutschen Markt beständig wächst. Die Anforderungen bezüglich des Bestellumfangs machen es auch kleineren Shops zugänglich und sind eine interessante Ergänzung zu den klassischen Shopsystemen. Wenn es Sie als Shopbetreiber nicht stört, dass Google (noch) mehr Daten von Ihnen und Ihren Kunden sammelt, ist es durchaus empfehlenswert. Wer jedoch aufgrund der eigenen Datenhoheit auf diese Werbe- und Analysemethoden bewusst verzichten möchte, sollte hier nicht zugreifen.

Autor:
Marc Doneleit, SEA Experte bei DixenoMarc Doneleit ist Webanalyse- und SEA-Experte bei DIXENO. Marc schnupperte erste Online Marketing Luft in der gehobenen Gastronomie, wo er Sterne-Köchen bei der Auswahl der Produkte half und im Newsletter-Marketing aktiv war. Diese Erfahrungen brachten ihn dazu ein E-Commerce-Studium aufzunehmen, eine Gärtnerei mit Freunden zu betreiben und einen eigenen Onlineshop zu gründen. Hier entdeckte er seine wahren Stärken, die Optimierung, Analyse und Auswertung von Suchmaschinenmarketing.

 

Der Weg zur Begehrlichkeit

Im Kampf um die optimale Platzierung bei Google und das Conversion Tuning bleibt häufig der Bestandskunde auf der Strecke. Warum ist für viele Händler der Kunde, der bereits gekauft hat und dessen Daten in der Datenbank liegen, so uninteressant?

Die Anstrengungen für die Neukundengewinnung sind enorm und eine ganze Branche hat sich rund um das Thema ausgebildet. Agenturen für SEO, SEM und Conversion Optimization werben um die Budgets der Onlineshops. Aber was ist mit dem Potential der Stammkunden?

Die meisten Onlineshops profitieren noch vom Gesamtwachstum des E-Commerce-Versandhandels. Ständig kommen neue Menschen ins Netz und kaufen immer mehr Dinge ihres Bedarfs im Internet. Dabei ist es dem Shopbetreiber relativ egal, ob der Kunde Neukunde oder Stammkunde ist. Kunde, Umsatz und fertig. Dabei weiß jeder aus eigener Erfahrung, dass man sich zunehmend „seine“ Shops aussucht und die Auswahl minimiert. Die Präferenzen werden jetzt gesetzt und es ist noch offen, wie shoptreu User künftig sein werden.

Das höchste Ziel für einen Shopbetreiber sollte die absolute Kundenzufriedenheit sein. Kunden sind dann zufrieden, wenn die Bestellung perfekt geklappt hat und die Lieferung rechtzeitig gekommen ist. Zufrieden ist der User aber auch, wenn der Shop gut sortiert ist, Produkte schnell auffindbar sind, wenn der Shop schnell ist, wenn die Bestellung einfach funktioniert. Nach dem zufriedenen Kunden kommt der begeisterte Kunde – der echte Fan. Kein Facebook-Fan, sondern ein echter Fan, der Ihren Shop zum Lieblingsshop erklärt und seinen Freunden und Bekannten davon erzählt.

Ihr Shop wird dadurch schrittweise selbst zur Marke. Wenige große, aber viele kleine Shops haben dieses Ziel schon erreicht. Sie wurden zur ersten Wahl für den User. Ratioform bei Verpackung, Herrenausstatter.de bei Herrenmode, Zalando bei Schuhen und Mode, Conrad Elektronik bei Bastlern und Tüftlern, Fahrrad.de bei Fahrrädern … Die Liste der echten Gewinner ist lang – die Liste der Shops, die es zu einer Identität geschafft haben.

Planen Sie die Optimierung Ihres Shops nicht anhand der offensichtlichen Trends und nach den Angeboten der lautesten Dienstleister. Agieren Sie wie eine Marke: Professionell, qualitativ, ausdauernd, konsequent in eine Richtung und immer mit dem Userbedürfnis im Fokus.

Autor
Johannes Altmann ist Gründer und Geschäftsführer der Shoplupe GmbH. Er berät mit seinem Team Online-Shops zum Thema Usability. Johannes Altmann ist Dozent an der Akademie des Deutschen Buchhandels und ist auf Tagungen und Veranstaltungen als Gastredner präsent.

Wie erscheinen meine Produkte mit Hilfe von OXID eFire bei der Google Produktsuche

Die Google Produktsuche

Beim BLOG „Tipps, Tricks und Ratschläge zu OXID eFire“ geht es heute um das Portlet Google Produktsuche:

Wie erscheinen meine Produkte mit Hilfe von OXID eFire bei der der Google Produtksuche? Ob über das OXID Forum, im Skype eFire Helpdesk, per E-Mail oder per Telefon werde ich immer wieder gefragt: was ist die Google Produktsuche?

Die Google Produktsuche wird oft mit der Websuche von Google verwechselt. Der Produktsuchdienst von der Firma Google Inc. listet Ihre Artikeldaten. Als Händler haben Sie die Möglichkeit, Ihre Produkte über OXID eFire hochzuladen um Ihre Produkte auf Deutschlands populärster Suchmaschine wieder zu finden.

Um Ihre Produkte von Ihrem OXID eShop mit Hilfe von OXID eFire zur Google Produktsuche zu erxportieren, benötigen Sie:

Einen OXID eShop
Sie setzen den OXID eShop in der Community, Professional oder Enterprise Edition in der aktuellen Version ein. Informationen zum aktuellen OXID eShop und den verschiedenen Versionen finden Sie  hier:
OXID eShop Community Edition
OXID eShop Professional Edition
OXID eShop Enterprise Edition

Ein Konto bei OXID eFire
Falls Sie noch kein Konto bei OXID eFire haben: registrieren Sie Ihren OXID eShop schnell und einfach.

Ein korrekt eingerichteter Shop-Connector
Sie finden alle Informationen zur Installation des Shop-Connector hier. Natürlich richten wird den Shop-Connector auch gerne für Sie ein! Unter http://www.oxid-esales.com/de/service/consulting/onlineshop-service/einrichtung-oxid-efire-shopconnector können Sie uns online beauftragen.

Ein komplett eingerichtetes Konto bei Google Merchant Center
Für die Nutzung von Google Merchant Center benötigen Sie ein Google-Konto. Falls Sie noch kein Konto erstellt haben, erstellen Sie als erstes ein Google-Konto. Sie können Ihr Google Merchant Center-Konto anmelden, indem Sie den Nutzernamen und das Passwort Ihres Google-Kontos verwenden.
Die Website-URL-Einstellung in Ihrem Google Merchant Center-Konto ist wichtig. Dadurch wird festgestellt, ob Sie ein Recht zum Hochladen von Produkten für die in Ihrem Konto eingetragene Website haben.

WICHTIG
Laut den Nutzungsbedingungen von Google Merchant Center behält sich Google das Recht vor, jederzeit, mit oder ohne Ankündigung, den Google Merchant Center Dienst (oder beliebige Teile davon) zu ändern oder zeitweise oder dauerhaft auszusetzen. Google haftet Ihnen oder Dritten gegenüber nicht für eine solche Änderung, vorübergehende Einstellung oder Aussetzung. Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass OXID eSales nicht garantieren kann, dass der Export zur Google Produktsuche jederzeit uneingeschränkt
möglich ist.

Ein erfolgreich aktiviertes Portlet „Google Produktsuche“
Loggen Sie Sich in OXID eFire ein, klicken Sie auf das Portlet Google Produktsuche auf den blauen Button „Jetzt aktivieren“. Befolgen Sie bitte die beschriebenen Schritte genau. Bei der Aktivierung des Portlets muss ein Modul installiert werden. Falls Sie Hilfe benötigen, senden sie das folgende Online-Formular ab: http://www.oxid-esales.com/de/service/consulting/onlineshop-service/einrichtung-google-produktsuche-ueber-oxid-efire.
TIPP
Google verlangt seit kurzem, dass Ihre Website bzw. Ihr Shop bei Google verifiziert wird. Bitte loggen Sie sich im Google Merchant Center ein. Am oberen Bildschirmrand sehen Sie einen Hinweis: „Bitte verifizieren Sie die URL Ihrer Website in den Allgemeinen Einstellungen und beanspruchen Sie sie als Ihre eigene. Vorher können Sie keine Produkte hochladen.“ Folgen Sie dem Hinweis und verifizieren Sie Ihre Website, damit Ihre Produkte wieder von Google gelistet werden.
Noch mehr Fragen zum Portlet Google Produktsuche
Am Mittwoch und am Donnerstag bin ich auf der Mail Order World in Wiesbaden und bin schon sehr gespannt, wie präsent das Thema Google Produktsuche sein wird. Ich bin mir ganz sicher: Fragen zum Portlet wird es in den nächsten zwei Tagen viele geben!
Sie finden mich am 29. und am 30. September in Halle 4, Stand 444 / 452.

Shopsuche mit Google?

Man hat es ja schon lange vermutet und hier und da rascheln gehört… – jetzt ist es soweit: Google mischt im Markt der Shopsuchen mit!

 

Die neue Google Commerce Search (GCS) wird mit einem Promotionvideo und den ersten Terminen für Live Webpräsentationen noch etwas geheimnisvoll angekündigt.

Der erste Eindruck ist auf jeden Fall vielversprechend: wenn auch das Datasheet etwas kompakt geraten ist, sind dafür die menügestützten Informationshäppchen zur Produktpräsentation umso leichter verdaulich.

Einen schönen Überblick bietet auch die knackige Vorteilsargumentation zur GCS – wobei all diese Punkte keine Alleinstellungsmerkmale für das Google Produkt darstellen, sondern im Gegenteil durch die Bank weg von allen intelligenteren Suchlösungen erwartet werden.

 

 

Dass sich nun auch Gigant Google mit dieser Art der Shopoptimierung auseinandersetzt, kann einen ganz enormen PR-Boom für die Branche bedeuten. Denn leider erkennen bis heute immer noch zu wenige Shopbetreiber, wie groß der Einfluss der Suche auf ihren Geschäftserfolg ist. Hier schlummert also für alle Beteiligten eine gewaltige Chance: Google, Wettbewerb, Shopbetreiber und -kunden.

 

 

In seinem jüngsten Blogbeitrag berichtet Shaun Ryan, CEO des US-amerikanischen Suchanbieters SLI Systems, von seinen ersten Erfahrungen mit dem neuen Suchprodukt und hat gleich auch noch etwas Optimierungspotential aufgedeckt:

 

Gleich beim ersten Tipp zeigt sich, dass diese Suche im Auslieferungszustand noch nicht wirklich „intelligent“ ist, denn nur die exakten Schreibweisen werden gefunden. Was um so augenfälliger ist, da Google es auch noch versäumt hat, in ihrem eigenen Demoshop die entsprechenden Synomnyme (Tshirt, T-Shirt etc.) anzulegen…

Synonyme zu pflegen (wie es unter anderem SLI Systems praktiziert) ist zwar ein probates Mittel, um künftig die richtigen Artikel zu finden. Allerdings erfordert es immer manuelle Aufwände und bedeutet, dass die Shopsuche „lernen muss“ und erst nach und nach die nötige Komplexität vorweist und richtig gut funktioniert.

Diesen Aufwand und Zeitverlust umgeht, wer auf eine Lösung mit Algorithmen setzt, die solche Abweichungen automatisch tolerieren und die Produkte direkt finden.

 

 

Hier zu Ryans weiteren Punkten, die er als dringend verbesserungswürdig ansieht:

http://www.sli-systems.com/blog/2009/11/google-commerce-search-a-critique.html,

 

und so zu dem Schluss kommt, das Produkt sei wohl etwas zu früh am Markt platziert worden:

 

„My feeling is that Google may have announced this product a little prematurely. It doesn’t quite look ready for prime time…“
Shaun Ryan, CEO SLI Systems

 

Als Hersteller von OXID eFire sehen wir diesen Cloud Service
aber noch unter anderen Aspekten. Hier zwei weitere Punkte, die es man
nicht außer Acht lassen sollte:

 

  • Das Preismodell versucht zwar Flexibilität abzubilden, indem es
    sich nach der Anzahl der Produkt und Suchabfragen richtet, ist aber
    unter $ 50T nicht zu haben. Damit bleibt es von einem „echten“
    transaktionsbasierten Modell, wie wir es mit OXID eFire leben, noch ein
    ganzes Stück entfernt.

 

  • Ein zweites „Manko“, das man mit eFire Brille erkennt: der Upload
    der Daten erfolgt jeweils einmalig manuell (oder mit einer
    Eigenprogrammierung über die Google API), also nicht standardmäßig mit
    automatischer Datenaktualisierung, wie wir es mit eFire Shop Connector
    entwickelt haben.

 

 

Fazit:

Wer es bisher noch nicht geglaubt hat, mit Googles Einstieg ist es nun amtlich:

Auch die eCommerce Services, die direkt im Shop laufen, wandern in die Cloud.

 

Das sieht auch Google und will den Trend offensichtlich ganz vorn mitgestalten.

In Sachen Fachexpertise liegt GCS aber hinter den etablierten Lösungen wie Omikrons FACT-Finder noch ein ganzes Stück zurück.

 

Warten wir gespannt, wie sich die Branche weiterentwickelt…