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Der Einsatz von Software im Handwerk

Gastblog: Digitalisierung im Handwerk. Der Heizungsbau als Beispiel

Mit 58 Prozent setzen mehr als die Hälfte der Handwerksbetriebe bereits digitalisierte Lösungen in Form von Software für die Bearbeitung von Organisations- und Administrationsaufgaben ein. Zu diesem Ergebnis kommt eine Bitkom Studie in Zusammenarbeit mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks.

Intelligente Technologien finden derzeit jedoch nicht nur in einzelnen Unternehmensbereichen eines Handwerksbetriebes Anwendung, sondern auch zwischen diesen und in der Kommunikation mit Kunden. Dieser Beitrag zeigt, wie sich dies am Beispiel von Heizungsbaubetrieben gestalten lässt.

 

Wie lässt sich Digitalisierung im Handwerk kurz beschreiben?

Digitalisierung heißt auch immer Vernetzung. In einem digitalisierten Betrieb besteht dieses Netzwerk neben direkten Gesprächen von Angesicht zu Angesicht auch aus einem stetigen Austausch digitaler Informationen zwischen Lagerhaltung, Einkauf, Vertrieb, Baustellenplanung, Marketing und Kundenberatung. Verantwortlich für den stetigen Informationsfluss sind intelligente Softwarelösungen. Welche dabei die richtige Lösung ist, hängt vom Betrieb und der Organisationsstruktur ab.

 

Welche digitalen Lösungen stehen zur Auswahl?

 Im Folgenden einige Beispiele für den Einsatz intelligenter Software und digitaler Lösungen am Beispiel von einem Heizungsbauer:

Digitalisierung ersetzt nicht das klassische Handwerk

Kommunikation mit dem Kunden: Internetpräsenz

Die mittlerweile alltägliche Nutzung des Internets verändert auch das Verhalten von Heizungskunden. Während früher im Branchen- oder Telefonbuch nach dem passenden Handwerker Ausschau gehalten wurde, sind heutzutage schnelle und bequeme Lösungen gefragt. In zukunftsorientierten Handwerksbetrieben erhalten Kunden die Möglichkeit, von zu Hause aus alle Daten zur neuen Heizung, zum gewünschten Brennstoff und den Platzverhältnissen im Keller online anzugeben. Dies versetzt den Handwerker in die Lage, bereits von Anfang an Kundenwünsche digital abzufragen, um analoge Beratungsleistungen gezielter und individueller zu gestalten.

Leichtere Angebotslegung

Intelligente Förderrechner und ein Angebotskalkulator errechnen auf Basis der vom Kunden eingegebenen Daten automatisch ein maßgeschneidertes Heizungsangebot innerhalb weniger Minuten. Auf diese Weise lässt sich die Höhe der anfallenden Kosten inklusive der staatlichen Förderungen von Anfang an schnell überblicken.

 

Digitalisierung beim Kunden vor Ort

Tablets gehören für den modernen Heizungsbauer zum Inventar im Werkzeugkoffer. Sie sind online und ermöglichen eine schnelle Aufnahme der Situation auf der Baustelle. Da die Daten in Echtzeit übermittelt werden, wissen auch die Mitarbeiter im Büro Bescheid und haben jederzeit Einsicht in den Bearbeitungsstand. Oftmals kommen dabei Cloud basierte Lösungen zum Einsatz.

Auf Kundenseite besteht beispielsweise die Möglichkeit, Fotos von der aktuellen Heizungsanlage an den Heizungsbauer über das eigene Smartphone zu versenden. Dies erspart dem Handwerker eine persönliche und zeitaufwendige Vor-Ort-Begehung des Heizungskellers.

Digitale Schnittstellen am Heizkessel und mobile Apps verschiedener Heizungshersteller ermöglichen eine regelmäßige Wartung der Anlage auch aus der Ferne. Der Kunde muss dabei selbst nicht eingreifen bzw. einen Handwerker beauftragen.

 

Warum klassisches Handwerk mit intelligenter Technik verknüpfen? – Wo liegt der Vorteil?

1. Die vernetzte Kommunikation von Anlagen und Dienstleistern mittels digitaler Schnittstellen und Kommunikationsmodule erleichtert das Monitoring der Heizungsanlage. So erhält der Heizungsbauer mit dem Blick auf das Smartphone oder den Laptop einen automatischen Statusbericht über den Zustand der Heizung. Dies ermöglicht ein rechtzeitiges Eingreifen vor einem drohenden Heizungsdefekt. Zudem lassen sich durch das stetige Energiemonitoring Energieverbräuche jederzeit ablesen, um Einsparpotenziale im eigenen Heizverhalten zu erkennen.

2. Mittels Digitalisierung lassen sich Kundenaufträge kostengünstiger und schneller abwickeln. Gerade in einer Welt, in der Kundenansprüche gestiegen sind und der Kunde eine jederzeitige Verfügbarkeit über die Produkte wünscht, ist dies ein wichtiger Vorteil um wettbewerbsfähig zu bleiben.

3. Zudem sind digitale Heizungsbaubetriebe mittels digitaler Fragebögen in der Lage, Kundenfeedback zu den Serviceleistungen jederzeit einzuholen. Zum Einsatz kommt dabei eine Software, die Kundenabfragen standardisiert und ein Zufriedenheits-Scoring errechnet. Dieses Vorgehen ermöglicht ein stetiges Qualitätscontrolling und damit die Sicherstellung einer hohen Kundenzufriedenheit.

 

Verdrängt Digitalisierung das klassische Handwerk?

Trotz der vorgestellten digitalen Lösungen bleiben Vertriebsmitarbeiter und Heizungsbauer mit ihrer Fachkenntnis unersetzliche Erfolgsfaktoren. Denn eine individuelle Beantwortung aller aufkommenden Fragen und den ordnungsgemäßen Einbau einer neuen Heizung können intelligente Softwarelösungen nicht erfüllen. Letztere dienen der Unterstützung des klassischen Handwerks, um dieses noch smarter zu machen.

 

Autor

Kerstin Bruns, KesselheldenKerstin Bruns ist Online Redakteurin beim deutschlandweiten Heizungsbauer Kesselheld. Das Unternehmen vereint die Qualität und lokale Nähe des Handwerks mit den Vorzügen des Internets, um so den Kosten- und Zeitaufwand für Heizungskunden zu reduzieren. Die Installation der Heizungsanlagen erfolgt ausschließlich durch ausgebildete, festangestellte Heizungsinstallateure.