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SAP und OXID eShop

Gastblog: SAP®-Integration für OXID eShops – was bringt eine Zertifizierung?

OXID4SAP® ist eine umfassende, SAP-integrierte eCommerce-Lösung. Neben einem OXID Onlineshop und vorgefertigten SAP-Modulen bringt sie schon im Standard die häufigsten Services und Features für den B2B E-Commerce mit, sowie fertige Integrationsprozesse für rund 80% aller Schnittstellen-Anforderungen.

Diese Integrationsprozesse – sie stammen aus dem IntegrationMan von HONICO eBusiness – hat SAP jetzt erneut auf ihre Transaktionssicherheit geprüft und zertifiziert. Die SAP-Zertifikate sind eine Art „offizielle Gütesiegel“ für SAP-Schnittstellen. Sie stellen sicher, dass Anwendungen reibungslos aufzusetzen sind und stabil laufen.

Was haben Kunden von einer SAP-zertifizierten Integrationslösung?

Drei Fragen an Emil Hadner, Geschäftsführer des OXID4SAP®-Anbieters Proclane Commerce

Was sind die Vorteile einer SAP-zertifizierten Lösung?

Emil Hadner: „Kurz gesagt: Sie garantiert Transaktionssicherheit, lässt sich einfacher aufsetzen und läuft stabil. SAP hat mit dem Zertifikat bestätigt, dass die Integrationsprozesse des IntegrationMan voll kompatibel mit der SAP NetWeaver®-Infrastruktur und der Infrastruktur von SAP S/4HANA® sind. Für Kunden bedeutet das: Ihre Systemintegration ist schneller und reibungsloser zur realisieren als mit einer nicht-zertifizierten Lösung, die Implementierungskosten fallen mit hoher Sicherheit geringer aus.“

Wie läuft eine solche SAP-Zertifizierung ab?

Emil Hadner: „Wer eine Zertifizierung erhalten möchte, muss ein Beispielprojekt entwickeln – nach genauen Integrations-Anforderungen von SAP. In einem mehrstündigen Live-Test wird dieses Projekt dann auf Herz und Nieren getestet: Hersteller und SAP starten eine Kommunikation in beide Richtungen, tauschen Daten oder lösen SAP-Aufrufe aus. Im Normalbetrieb, aber eben auch mit simulierten Fehlern, Massendaten, Rollbacks… Der IntegrationMan hat wie immer ohne Beanstandung reagiert und wir haben erneut das Zertifikat für die Integrationsprozesse erhalten, die in OXID4SAP® verwendet werden.“

IntegrationMan - Middleware für SAP-System und OXID eShop

Was spricht im SAP-Umfeld für den Einsatz einer Middleware für Integrationsprozesse?

Emil Hadner: „Zwei wichtige Aspekte: Standardisierung und Sicherheit. Statt beispielsweise eine SAP-Anwendung individuell an einen Shop anzubinden, sind in OXID4SAP® rund 80% der SAP-/E-Commerce-Prozesse bereits angelegt. Diese Standardisierung ist überaus sinnvoll, denn die 80% sind in jedem integrierten Onlineshop gleich.

Die Sicherheit ihrer SAP-Anwendung ist unseren Kunden sehr wichtig. Eine Middleware, wie wir sie für die Integration in OXID4SAP® verwenden, arbeitet zwischen SAP- und externem System, schirmt das SAP-System quasi nach außen ab. Ein Zugriff aus dem Internet ist damit immer nur auf den IntegrationMan möglich, niemals direkt auf das SAP-System unserer Kunden.“

SAP, NetWeaver and HANA are registered trademarks of SAP SE in Germany and in several other countries.

Autor

Emil Hadner ist geschäftsführender Gesellschafter der Proclane Commerce. Die Hamburger eCommerce-Agentur ist spezialisiert auf integrierte Onlineshops mit Realtime-Daten aus ERP-Systemen. Mit SAP-Prozessen beschäftigt er sich schon länger: 1999 startete er bei einem international tätigen Softwarehaus im Bereich EAI- und BPM-Technologien. Die dortige strategische Partnerschaft zu SAP brachte ihn zum SAP-Spezialisten HONICO und seinem heutigen Aufgabengebiet.

Interview: SAP-Anwender und E-Commerce – ein schwieriges Unterfangen?

Unternehmen, die ERP von SAP im Einsatz haben, sind gut gerüstet für den Einstieg in den E-Commerce. Fehlt nur noch die passende Online-Bestellplattform und nicht zu vergessen: die Sicherheit, dass ein reibungsloser Datenaustausch zwischen beiden Systemen stattfindet. Wir haben uns mit Hans-Jürgen Torlée, geschäftsführender Gesellschafter der Proclane Commerce GmbH, unterhalten, um zu erfahren, wie schwierig die Verbindung von SAP und E-Commerce wirklich ist.

Warum ist E-Commerce für viele SAP-Anwender so ein kompliziertes Thema?
Hans-Jürgen Torlée: Viele SAP-Anwender hatten bislang kaum Berührungspunkte mit dem E-Commerce. In den Unternehmen arbeiten hochqualifizierte SAP-Spezialisten, für die Onlinehandel neu ist. Erst langsam treffen wir auf E-Commerce-Manager. Die Hürde besteht dann meist darin, dass die IT-Experten und die E-Commerce-Verantwortlichen unterschiedliche „Sprachen“ sprechen. Hier kommen wir als E-Commerce-Agentur mit jahrelanger Erfahrung im SAP-Umfeld ins Spiel: Wir übersetzen in erster Instanz zwischen den Abteilungen.

Reibungsloser Datenaustausch zwischen ERP-System und Onlineshop sowie erstklassige Customer Experience im Frontend. Wie macht man das?
Hans-Jürgen Torlée: Ein ansprechender Shop ist wichtig. Die meisten unserer Kunden legen das Hauptaugenmerk im ersten Schritt allerdings auf die Ausweitung der bestehenden ERP-Prozesse auf das Online-Bestellwesen, um die Abläufe zu straffen. Natürlich hat die Automatisierung auch Auswirkungen auf die Customer Experience. Anders vielleicht als man auf den ersten Blick meint. Um zum Beispiel eine hohe Performance und niedrige Ladezeiten zu gewährleisten, empfiehlt es sich nicht alle Daten aus dem ERP live vom Shopsystem holen zu lassen, sondern nur die, die wirklich in Echtzeit benötigt werden.

Gerade im B2B-Umfeld gibt es häufig individuelle Preisvereinbarungen. Wie wird sichergestellt, dass der Kunde den korrekten Preis angezeigt bekommt?
Hans-Jürgen Torlée: B2B-Unternehmen haben in der Tat mitunter sehr komplexe und individuelle Konditionsmatrizen in ihrem ERP-System hinterlegt. Bei der Preisfindung lohnt sich eine Live-Abfrage in den allermeisten Fällen. Um sicherzustellen, dass hier nichts schiefgeht, sollte eine zusätzliche Prüfung im Warenkorb beim Checkout stattfinden, weil es vorkommt, dass der Einkäufer im Warenkorb die Bestellmenge ändert und dadurch ein anderer Preis berechnet werden muss.

Wie verbindet OXID4SAP SAP-Software mit OXID eShop?
Hans-Jürgen Torlée: Um SAP an den OXID eShop anzubinden, also die Kommunikationsfähigkeit der Systeme zu gewährleisten, kommt einmal die standardisierte ERP-Schnittstelle von OXID zum Einsatz, dann als Middleware der IntegrationMan von HONICO. Die 15 OXID4SAP-Module werden anschließend je nach Kundenanforderung im Backend des Onlineshops aktiviert, z.B. das Modul zur Live-Preisfindung.

Sie haben schon zahlreiche E-Commerce-Projekte mit SAP-Anwendern umgesetzt. Haben Sie Tipps und Empfehlungen, worauf Einsteiger bei der Umsetzung achten sollten?
Hans-Jürgen Torlée: Für Einsteiger, die noch keine Erfahrung mit E-Commerce haben, ist es hilfreich, frühzeitig eine beratende Agentur wie Proclane Commerce, hinzuzuziehen, um die Anforderungen aller beteiligten Abteilungen, das sind meist IT, Vertrieb, Marketing, Organisation und Finanzbuchhaltung, zu moderieren und Verständnis für erprobte Erfolgsmethoden zu etablieren. So kann dann ein Lastenheft mit allen Spezifikationen und Frontendfunktionalitäten entstehen. Auf dessen Basis erstellen wir im Anschluss das Pflichtenheft, aus dem Arbeitspakete entstehen, die bis zur Endabnahme ausgeführt werden. Unternehmen, die in den E-Commerce einsteigen möchten, sollten sich im Vorfeld darüber klar werden, wo ihre Prioritäten liegen und das Projekt danach ausrichten. Oftmals werden in der ersten Phase die Prozessintegration und die grundsätzlichen Funktionalitäten zum Laufen gebracht. Ein Online-Bestellsystem ist ein fortlaufendes Projekt. Wer von Anfang einkalkuliert, dass ein Onlineshop kontinuierlich weiterentwickelt werden muss, weil die Kundenanforderungen und die internen Wünsche, etwa nach Suchmaschinenmarketing, mit dem Shop wachsen, erhöht die eigene Planungssicherheit.

Vielen Dank!

Gesprächspartner
Hans-Juergen TorleeHans-Jürgen Torlée ist geschäftsführender Gesellschafter der Proclane Commerce GmbH und seit 2007 Geschäftsführender Gesellschafter für die AKRA Business Solutions GmbH, Unternehmensberatung für SAP und Managementsysteme in Hamburg. Vor 2007 war er seit 1985, also schon während seines Studiums, in Unternehmensberatungen tätig, zuletzt als Industry Director und Mitglied des Senior Managements der LogicaCMG für das Marktsegment Transport, Travel und Logistik. Seit 1999 war Hans-Jürgen Torlée in Führungsverantwortung als Bereichsleiter und später Associate Director ppa. Sein Studium hat er 1986 als Diplom-Informatiker der Fachrichtung Wirtschaftsinformatik an der FH Wedel abgeschlossen. Danach warer als Systementwickler, Systemanalytiker, Projektleiter und Leiter Kompetenz-Center für Workflow- und Dokumentenmanagement aktiv.