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Glueckliche Kundinnen

Köpfchen, Händchen, Herzblut: Zutaten zum Erfolg in der Mode-Branche

Obwohl „Kleidung und Schuhe“ laut Statista mit 67 Prozent das Top-Produktsegment im ersten Quartal dieses Jahres waren, ist es nicht leicht, im Online-Modehandel sein Geld zu verdienen. Kleine Händler kämpfen um ihre Nische, große Marken um Einzigartigkeit. Alle buhlen um den wechselfreudigen Kunden. Dabei nur auf B2C-Marktplätze und Handelsplattformen zu setzen, greift zu kurz. Zumal diese den Ansprüchen der Modeindustrie häufig nicht gerecht werden. Markenbildung im E-Commerce beginnt mit dem eigenen Shop. Um zukunftsfähig zu werden und zu bleiben, muss der Online-Shop up-to-date sein. Er bildet die technologische Basis, um individuelle Kampagnen auszusteuern, Alleinstellungsmerkmale zu schaffen und ein positives Image zu beeinflussen. Ein skalierbarer, flexibler Shop mit hoher Performance und Offenheit ist das Must-have im E-Commerce. Große Modenamen wie Schiesser, Zero, Street One, Trigema oder Sheego machen vor, wie es geht.

Laut einer Umfrage der w&co MediaServices GmbH & Co KG unter 82 Teilnehmern der Fashion Week 2017, krankt es bei den Mode-Experten in erster Linie an veralteten Systemen, fehlender (Marketing-)Automation und einer guten Vernetzung im Omnichannel. Doch gerade die Modebranche beweist, dass es anders geht, wenn nicht nur das Sortiment dem Zeitgeist folgt, sondern auch die E-Commerce-Strategie und -Plattform.

Vorreiter gibt es tatsächlich viele unter den Mode-Markenshops und -herstellern

Ein Pionier im Bereich Wäsche ist onmyskin.de. Der Shop ist vor rund 20 Jahren von der Unternehmerin Karin Stäbler aufgebaut worden. Heute umfasst er über 70 Marken und wurde im vergangenen Jahr von der Calida Group übernommen. 2017 wurde onmyskin.de mit dem Shop Usability Award in der Kategorie „Bester Markenshop“ ausgezeichnet. In diesem Jahr war es Calida, die sich eine der renommiertesten Auszeichnungen im deutschen E-Commerce sicherte.

Kunert setzt auf Handelspartner und Onlineshop

Auch der große Strumpfwarenhersteller Kunert setzt auf Handelspartner und auf Online-Shops einzelner Marken. Die Herausforderung an die Shop-Software ist hier ganz klar die Harmonisierung des B2B- und B2C-Kanals. Der Shop ist an das gut gepflegte PIM angebunden, was die zentrale Aussteuerung von Bildern und Informationen an alle Shops gewährleistet. Die Marken-Webshops von Kunert und Hudson sind genauso angebunden wie verschiedene Marktplätze, auf denen der Hersteller zwecks Sichtbarkeit und Reichweite präsent ist.

Alle diese Mode-Marken beweisen, dass sich mit einem flexiblen, offenen Shopsystem mit entsprechender Performance auch große Zukunftspläne realisieren lassen. So steht bei Schiesser quasi immer der nächste Relaunch bevor. Ob „Mobile First“ Strategie oder Voice Commerce, die Wäschemarke geht konsequent mit. So entwickelte OXID Partner Kühlhaus „Luxa“, den Sprachassistenten für den Schiesser Shop. Hier erhalten Kunden sprachgesteuert eine individuelle Beratung.

Sprachassistent Luxa für Schiesser, powered by Kühlhaus

Auch Katalogversandhändler machen ihre Hausaufgaben

Katalogversandhändler wie Schwab oder Sheego haben ein immenses Wissen über ihre Kunden. Und sie haben die nötigen Daten, was ihnen im Online-Handel einen Riesenvorteil verschafft. Um aber auch online so nah am Kunden zu sein, verlangt es nach einer Technologie, die den Kunden und seine Interessen mit der Zeit immer besser kennenlernt. Und es braucht den Willen, die Zielgruppe wirklich zu verstehen. Nicht zuletzt deshalb holt Sheego die Onlinekundinnen zum besseren Dialog direkt ins Haus, um deren Sorgen und Nöte im Shop besser abbilden zu können. Das Ergebnis sind zahlreiche Beratungstools zu Passform, Figurtyp und Styling, die den Kundinnen dabei helfen, die richtige Auswahl zu treffen.

Modehäuser: Mit Kreativität gegen Langeweile in der UX

Bereits vor fünf Jahren bot Lodenfrey seinen Kundinnen auf der Produktdetailseite die Möglichkeit, via Facebook Freunde abstimmen zu lassen, ob das entsprechende Produkt ein absolutes Must-have oder eher ein No-go ist. Mit der Shop-in-Shop Funktion betreibt der Händler zusätzlich eigene Submarken-Shops. Damit war das Münchener Modehaus der Luxusklasse mutig vorne dran, was die Interaktion mit seinen Kunden anbelangt. Die Münchner lassen nicht nach, den Shop konsequent weiterzuentwickeln.

Top Einkaufserlebnis bei Lodenfrey, egal ob on- oder offline

Auch Familienunternehmen wie Engbers GmbH & Co. KG erweiterten ihre stationären Geschäfte um Online-Auftritte, die ihre Marke nach außen tragen. Die Herausforderung besteht darin, dass der Shop trotz des breiten Angebots eine individuelle Note trifft. Der Kunde erwartet, dass er emotional eingestimmt wird und dieselbe Atmosphäre vorfindet, die er auch im Laden erlebt. Persönliche Angebote und eine prompte Lieferung inklusive.

Das Schuhhaus Zumnorde bietet seinen Kunden die Verschmelzung von Online- und Offline-Angebot durch einen digitalisierten POS. Bewegungsmelder registrieren Passanten auf der Straße. Das System spricht den potenziellen Kunden an, der sich dann beim Schaufensterbummel nach Ladenschluss via Touch-Displays beraten lassen kann. Mittels QR-Code kann der Käufer seine Ware via Smartphone nach Hause liefern lassen. Ein ähnliches Konzept verfolgt der Online Retailer EOD mit dem Ladenkonzept seiner Marke Vivo Barefoot und dem interaktiven Schaufenster in Köln.

Digitales Schaufenster im Flagship Store Vivo Barefoot in Köln
Digitales Schaufenster von POSeidon im Vivo Barefoot Flagship Store in Köln

Fazit:

Alle genannten Beispiele zeigen: Der Online-Laufsteg wird zur Rennbahn für das Fashion-Business! Wenn der Händler ein auf seine Kundschaft zugeschnittenes Konzept verfolgt, strategisch vorgeht und das richtige IT-Set-up inklusive E-Commerce-Plattform für sich findet. Wir drücken die Daumen, für weiterhin viele gelungene Projekte und mutige Ideen, die Kunden glücklich machen und den Händlern den wohl verdienten Umsatz bescheren.

Autor

Nicole Lipphardt OXID eSales AG

Nicole Lipphardt studierte Germanistik und Politikwissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Über Umwege kam sie nach dem Studium zur Marketing Kommunikation bei GE Healthcare IT und später bei der Testo AG. Dort tauchte sie tief in die Facetten des Marketing ein. Ihre Leidenschaft für den redaktionellen Bereich lebt Nicole heute als Content Marketing Managerin bei der OXID eSales AG aus.

OXID @ eCommerce Expo, London

Eindrücke aus dem OXID Partner Channel

Internationale Projekte auf OXID Basis gibt es bereits viele (>>OXID Whitepaper „Weltweit erfolgreich handeln“). Aber als Unternehmen waren wir bisher überwiegend im DACH Raum aktiv.
Um das zu ändern sind wir mit offenen Augen und vielen Fragen nach London zur >>ECOMMERCE EXPO, einer der führenden E-Commerce Messen in England, gefahren.
Schließlich heißt es oft, der englische Markt sei dem deutschen stets einige Jahre voraus.

Tradition, Charme und Schlangen

Als Rahmen der Veranstaltung wurde das altehrwürdige Olympia in Kensington gewählt. Eine traditionsreiche zentrale Location, die ihr Alter aber an vielen Stellen nicht verleugnen kann. Neben einer schönen zentralen Halle gibt es große Flächen mit sehr niedrigen Decken, die uns an „gute, alte Zeiten“ auf der Wiesbadener Mail Order World erinnern.

Auch das Publikum zeigte sich sehr gemischt. Goodies und Give Aways finden bei einem Besuchersegment einen reißenden Absatz. Das haben wir auf >>Internetworld und >>DMEXCO so lange nicht mehr gesehen.
Ein Publikumsmagnet ist die Veranstaltung aber auf jeden Fall, so dass wir an Aufgängen und Engpässen an der englischen Leidenschaft für’s Schlangestehen teilhaben können.

Unsere Themen: Customer Experience, Personalisation, Omnichannel

Am Konferenzprogramm lassen sich im Vergleich keine großen Unterschiede in Ausrichtung und Schwerpunktsetzung festmachen.
Hier begegnen uns dieselben Themen wie in München oder Köln. Alles dreht sich um Customer Experience, Engagement, Marketing Automation, Omnichannel, Payment Solutions und Personalisation (>> ECOMMERCE EXPO Conference Programme 2018).

Die zahlreichen Vorträge auf insgesamt elf kleinen Bühnen sind durch die Bank ausgezeichnet besucht, auch wenn häufiger ein Produkt oder ein Service im Vordergrund steht.
Alle Besucher der Vorträge werden dabei vom Servicepersonal erfasst. Falls die Kontaktdaten anschließend den Vortragenden zugänglich gemacht werden ist dies sicher ein echter Mehrwert, den wir von deutschen Events so nicht kennen.

Partnerschaften, dies- und jenseits des Kanals

Besonders wichtig und spannend waren für uns die Gespräche mit unseren Partnern, die bereits im englischen Markt präsent sind und uns gutes und offenes Feedback zu ihren Erfahrungen und Aktivitäten geben konnten. Ein herzliches Dankschön für den partnerschaftlichen Austausch an >>Trusted Shops, >>Klarna, >>FACT-Finder, >>Styla, >>Akeneo und >>Avalara.

Netzwerken! OXID Partnertag 2018 und Planung 2019

Unser Fazit: we’ll be back!
Nächstes Jahr werden wir uns auf dieser Messe sicher wiedersehen. Auch die zweite große Veranstaltung, die >>Internet Retailing Conference, ist im Kalender vermerkt.
Partner, die uns auf dieses Event beziehungsweise in den Markt begleiten möchten, sind herzlich eingeladen sich mit uns auszutauschen.

Der OXID Partnertag am 15. November (>>Tickets hier ab 1.10.2018) ist eine ausgezeichnete Gelegenheit, gemeinsam die Aktivitäten für 2019 zu planen.

Autor

Markus Baars hat es als Nordlicht in die Toskana Deutschlands gezogen, wo er seit 2011 für das Partnergeschäft der Freiburger OXID eSales AG verantwortlich ist.
Amazon-Kunde ist er seit 2000 und hat sein Online-Sozialisation auch in der „Plattformökonomie“ bei Google in Dublin und Amazon in Luxemburg erhalten, noch bevor diese so genannt wurde. Heute ist er der richtige Ansprechpartner für alle, die mit der OXID eSales AG ein gemeinsames Geschäftsmodell entwickeln wollen.

Gastblog: Wie E-Commerce Wachstum für stationären Handel schafft

Handel zwischen Ladengeschäft, Webshop und Marktplatz. Während die großen Online-Händler mit Läden näher an Kunden rücken, bahnen sich die etablierten Filialketten den Weg in das digitale Einkaufserlebnis. Haben in diesem Spiel kleine Einzelhändler noch eine Chance?

Klar scheint, dass im Multi-Touchpoint Management die Zukunft im Handel liegt. Eine Studie von Accenture zeigt: Die Generation Z, also die heute unter 20-jährigen, bevorzugt trotz hoher Affinität zum Online-Shopping den physischen Laden als Einkaufskanal.

 

Selektives Online-Shopping braucht vernetzte Touchpoints

Die Mehrheit der Verbraucher über alle Generationen gehört zu den selektiven Online-Shoppern. Das heißt: Kunden erwarten Omnichannel-Services. Dabei sind sie für kreative Angebote durchaus offen.
Und genau hier liegen die Chancen, aber auch die Herausforderungen – insbesondere wenn es darum geht, Konzepte zu Ende zu denken, um Erfolg zu haben. Ein typisches Beispiel ist Click & Collect. Ist die Abholung im Laden einfach? Stehen Verkäufer für Beratung parat? Gibt es im Fall von Fashion Umkleidekabinen? Wenn ja, erweist sich Click & Collect als Umsatzmotor mit hoher Kundenbindung. Ansonsten wird es schnell zum Ärgernis für beide Seiten. Daher gilt: Flexibel, relevant und unterhaltsam müssen die Formate entlang der Customer Journey sein. Mode Weingarten

Mit kreativen Beratungsideen punkten

Umsatz und Kundenbindung durch kreative Innovationen ist keineswegs eine Frage von Budget. So bietet der Modehändler Weingarten für große Größen neben Click & Reserve auch Termine für Personal Shopping und Stilberatung im Laden. Style Coaches bereiten sich so gezielt auf Kunden vor, die mit einer hohen Kaufbereitschaft vorbeikommen. Der Schuhladen 39einhalb bietet „Schuhkränzchen“, bei denen Freundinnen nach Online-Vorab-Buchung ein individuelles Shopping-Erlebnis mit Prosecco und Häppchen außerhalb der Öffnungszeiten genießen. Die kleine Boutique Belgique hat es durch seine Styling-Postings auf Instagram geschafft, eine Fangemeinde von über 350.000 Follower zu versammeln. Schuhe von 39einhalb

Mit Strategie und Technologie zum persönlichen Shopping

Individuelle Beratung als USP: Technische Helfer wie Smartassistant und Chatbots für die interaktive Kaufberatung im Webshop, Curated Shopping-Modelle oder Apps und Virtual-Reality-Brillen als mobile Berater im Laden – große Händler wie auch Start-ups testen neue Wege für den Handel, der Online- und Offline-Einkauf verbindet und die Stärken des jeweiligen Kanals nutzt.

Boutique Belgique

Aus innovativen Ideen nachhaltige Lösungen gestalten

Die Vielfalt der Ansätze macht deutlich: Im Wettbewerb setzt sich durch, wer Kunden mit Beratung und Service zur Seite steht, mit frischen Ideen tatsächlich Mehrwerte schafft und über mehrere „Touchpoints“ omni-präsent wahrnehmbar ist. Das hat mit Größe wenig zu tun. Vielmehr ist es die – scheinbare – Leichtigkeit, mit der ein Händler die für seine Zielgruppen relevanten Kanals identifiziert, vernetzt und als Alleinstellungsmerkmal nutzt. Für nachhaltigen Erfolg braucht es allerdings spezialisierte Technologie- und Medienpartner, die aus kreativen Ideen wirtschaftlich tragfähige Lösungen realisieren.

 

Autor

Robert Scheider, Geschäftsführer w&co

Robert Schneider ist seit 2009 Geschäftsführer und Gesellschafter der w&co MediaServices GmbH & Co KG, Fullservice-Mediendienstleister in München, nachdem er dort zehn Jahre in verantwortlicher Position tätig war und 2002 Mitglied der Geschäftsleitung wurde. Davor war Schneider Mitglied der Geschäftsleitung und Gesellschafter beim Mediendienstleister Köhler & Lippmann in Braunschweig, einem Unternehmen der Graphic Group.

 

Die richtige Strategie zum erfolgreichen Versandhandel

(Versand)Handel und Wandel scheidet die Freundschaft

Fortsetzung Serie Markt-Trends 2018

Allem Wandel voran geht die Erkenntnis, dass der Status Quo nicht aufrechterhalten werden kann. Die Einsicht und Offenheit für den digitalen Wandel ist in den Chefetagen im klassischen Versandhandel mittlerweile angekommen. Alleine die Schmerzpunkte sind so groß und zahlreich, dass die Transformation dennoch schwerfällt. Was die größten Hindernisse auf dem Weg zum digitalen Erfolg sind und wie diese aus dem Weg geräumt werden können? Lesen Sie unten mehr.

1. Der Shift vom Multi- zum Omnichannel Commerce

Der Multichannel-Versandhandel ist ein wesentlicher Vertriebsweg für viele Waren. Durch die stetig zunehmende Online-Nutzung der Kunden, ergeben sich attraktive Kombinationen für den Absatz. Gerade Versandhändler nutzen diese Kanäle, egal ob in Form von Direktmarketing, über einen Webshop oder sogar über Filialen. Bis zu einer echten Omnichannel-Strategie ist es aber noch ein weiter Weg. Viele Kanäle werden zwar bespielt, aber nicht nahtlos miteinander verknüpft. Dadurch entstehen Medienbrüche und wertvolle Kunden- und Artikel-Informationen gehen von einem Kanal zum anderen verloren.

 

Angebotene Kanäle im MultichannelVernetzte Kanäle im Omnichannel

 

 

 

 

 

 

 

Erster Schritt: Organisation neu ausrichten

Die Umsetzung einer Omnichannel-Strategie erfordert einen erheblichen Change-Management-Prozess, der sorgsam moderiert werden muss. Das beginnt mit dem Verständnis für die Kraft und Macht, die von der digitalen Transformation ausgeht und endet bei der Erkenntnis, dass der digitale Handel niemals ruht. Dieser Change-Prozess betrifft das gesamte Unternehmen, insbesondere auch das Marketing, das nur erfolgreich ist, wenn die kanalübergreifende Kundenansprache zentral entwickelt und gesteuert wird. Es gilt in den Köpfen der Belegschaft Denkhaltungen in Richtung übergreifender Ziele zu verändern, dafür Prozesse sowie Zuständigkeiten neu zu ordnen und die Unternehmensorganisation auf die veränderten Anforderungen hin auszurichten.

Zweiter Schritt: IT-Systeme konsolidieren

Eine weitere Herausforderung stellt die Verknüpfung der relevanten IT-Systeme dar. Neben den zentralisierten Prozessen sind sie es, die über Erfolg oder Misserfolg im Omnichannel Commerce entscheiden. Historisch bedingt sind Lösungen für Enterprise Resource Planning (ERP), Media Asset Management (MAM), Product Information Management (PIM) und Content-Management-Systeme (CMS) häufig getrennt voneinander gewachsen. Das erschwert die Interoperabilität der Systeme, zieht immer wieder Schnittstellenanpassungen nach sich und bleibt am Ende doch nur ein Kompromiss, der mühsam am Laufen gehalten werden muss. Dabei ist die Lösung keine Rocket Science, sondern eine gezielte Investition in die wirklich notwendigen Systeme. Im Idealfall wird neben dem ERP-System und Onlineshop nur noch ein einziges Content-System benötigt, das bisherige MAM-, PIM- und CMS-Systeme ablöst und die zentrale Steuerung sämtlicher Marketing-Maßnahmen auf transparente Weise ermöglicht.Der Katalog als Inspiration für den Onlinekauf

2. Die Konkurrenz der Online Pure Player

Für die Größten der Branche ist das Mithalten mit dem digitalen Wandel zwar nicht trivial, aber doch wesentlich einfacher als für den Durchschnittshändler. Sie verfügen über ausreichend IT-Know-how und Ressourcen, um neue Technologien umsetzen zu können. So sah sich Zalando gezwungen, im Marketing 250 Stellen zu streichen, um die Marketing Strategie mittels Algorithmen und Künstlicher Intelligenz auf das nächste Level zu heben. Vermutlich haben sich die meisten Versandhändler noch nicht einmal mit einer einfachen Marketing Automation auseinandergesetzt. Geschweige denn haben sie KI-getriebene Technologien für ihr Marketing auf der Agenda stehen.

Aber genau solche Player setzen die Trends und verändern die Haltung und Erwartungen der Kunden in Bezug auf das Einkaufserlebnis. Während der Kunde zu Hause bereits nur mit seiner Stimme bei Alexa Dinge des täglichen Bedarfs bestellt, ohne dafür auch nur einen Mausklick in einem Shop tätigen zu müssen, geht es für den Versandhandel ums nackte Überleben. Und ein Aspekt dieses Überlebenskampfes ist, die Zukunft des Mediums Katalog. Denn dass dieser seine Daseinsberechtigung hat ist unbestritten. Denn immer mehr Online Pure Player setzen auf den Katalog oder Magalog als vorbereitendes Element für den Onlineverkauf. Und das in einer Zeit, da nicht einmal mehr 10% des Gesamtumsatzes über die klassischen Bestellwege (Katalog, Fax) umgesetzt werden (Quelle: EHI Handelsdaten).

Und ein weiterer Wandel zeichnet sich ab: Früher machten Hersteller ihre Ware mithilfe von Katalog-Versendern einer großen Zielgruppe zugänglich. Heute treten Markenhersteller zunehmend direkt an den Kunden heran. Unternehmen wie Mammut oder Adidas betreiben ihre eigenen Onlineshops und bieten zum einen dem Kunden ein authentisches Markenerlebnis, das er so z.B. in einem Katalog nicht finden kann. Zum anderen gewinnen sie direkten Zugang zu Kundendaten, auf die sie über den Katalogversender zuvor keinen Zugriff hatten.Die richtige Strategie zum erfolgreichen Versandhandel

3. Falsche Partner und Entscheidungen

„Wir sind weltweit der einzige Katalogversender, der überlebt hat“, sagte kürzlich Rainer Hillebrand, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Otto Group. Tatsächlich ist die Gruppe im Onlinehandel ganz vorne mit dabei. Der E-Commerce-Umsatz stieg im Geschäftsjahr 2017/18 nach Unternehmensschätzungen um gut 11 Prozent auf rund 7,8 Milliarden Euro. Deutschlandweit betrug das Plus 10,2 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro.

Dieser Erfolg ist nicht selbstverständlich. Traditionsunternehmen wie Quelle und Neckermann, die in den 1950er und 60er Jahren den wirtschaftlichen Aufschwung und Wohlstand symbolisierten, haben den Wandel nicht geschafft. Und auch heute sieht man immer wieder Beispiele gescheiterter strategischer Ansätze. Immer wieder suchen Unternehmen den schnellen Lösungsweg, wo sie sich die Zeit nehmen sollten, die Business Strategie sauber zu durchdenken, als quick and dirty schnelle Erfolge erzielen zu wollen. Viele setzen auf falsche Ratgeber, Partner oder treffen die falsche Entscheidung bezüglich des passenden E-Commerce-Konzeptes oder Shopsystems.

Fazit:

Die Herausforderungen im Versandhandels sind zwar groß, aber die Chancen keineswegs aussichtslos. Es liegt in der menschlichen Natur, dass nach der Erkenntnis, dass sich etwas ändern muss, die Taten selbst erfolgen müssen. Vom einen bis zum anderen Schritt kann es mitunter ein weiter Weg sein. In den oben beschriebenen Herausforderungen stecken noch viele Aspekte, die es zu beleuchten gilt. Doch scheint die Branche alle Zeit der Welt zu haben. Und genau das ist eben nicht der Fall. Während die einen noch Wege in die digitale Transformation suchen, transformieren sich die anderen bereits zum x-ten Male selbst und passen ihr Geschäftsmodell den immer neuen Anforderungen stetig an. Die tiefe Kenntnis über jeden Artikel und Kunden, das umfangreiche Angebot aus einer Hand, vom Katalog über den Versand, bis hin zum Kundenservice, spielt dem Versandhandel in die Hände. Es gilt, dieses Wissen mit dem richtigen Mindset, den passenden IT-Lösungen und zukunftsfähigen Konzepten schnell in die Tat umzusetzen.

Sie sind Versandhändler und haben Fragen zur Digitalisierung?
Wir bieten ein Netzwerk von Experten und Dienstleistern sowie angepasste Software für den speziellen Bedarf von Katalog-basierten Geschäftsmodellen.
Sprechen Sie uns an!

 

Autor:
Nicole Lipphardt OXID eSales AGNicole Lipphardt studierte Germanistik und Politikwissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Über Umwege kam sie nach dem Studium zur Marketing Kommunikation bei GE Healthcare IT und später bei der Testo AG. Dort tauchte sie tief in die Facetten des Marketing ein. Ihre Leidenschaft für den redaktionellen Bereich lebt Nicole heute als Content Marketing Managerin bei der OXID eSales AG aus.

 

 

 

Umfrage Ergebnisse der Fashion Week Berlin

Gastblog: Snapshot-Studie zum E-Commerce in der Modeindustrie

Markenentwicklung hat in der Modeindustrie Priorität. An der IT-Systemintegration hapert es!

Wie steht es mit E-Commerce in der Modeindustrie? Während der Fashion Week Berlin 2017 hat w&co dazu mit 82 Verantwortlichen aus Marketing und Vertrieb persönlich gesprochen. Das Ergebnis: In erster Linie geht es um Markenentwicklung, das Kernproblem ist die fehlende IT-Systemintegration.

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Sebastian Benoufa, OXID eSales AG

Podcast: Wie kommt der Kunde in den Shop? Sebastian Benoufa (OXID) im Interview mit eCommerce-Vision

Wie kommen Kunden heute in die Shops? Mit diesen und vielen weiteren Fragen zum State of E-Commerce in Deutschland fühlt Thomas Ottersbach von eCommerce-vision.de dem E-Commerce Urgestein und geschätzten Kollegen Sebastian Benoufa, Key Account Manager bei OXID eSales auf den Zahn.

Begonnen beim Thema Einkaufserlebnis und wo die Stärken online vs. stationär sich gegeneinander aufwiegen. Über die Customer Journey und welche Rolle Mobile dabei spielt. Ob Omnichannel die Erwartungen erfüllt oder sich doch als Totgeburt herausstellt und schließlich, wie sich der E-Commerce Markt in den nächsten Jahren entwicklen wird.

Gleich vorweg: das Thema Daten kehrt als Dreh- und Angelpunkt immer wieder.

Wer sich ein Stündchen Zeit für geballtes Wissen nehmen kann, lauscht dem gesamten Interview auf Soundcloud (alternativ iTunes oder Stitcher).

Für Eilige unten die wichtigsten Sprungmarken!

Die Themen mit Sprungmarken im Überblick:

0:00  – Einführung ins Thema

2:07  – Wer ist Sebastian Benoufa. Was macht OXID?

3:19 – Wandel des E-Commerce Markts und die Herausforderungen früher und heute. Und wobei und womit die Big Player wie Amazon dem E-Commerce gut getan haben.

4:50 – Die besonderen Herausforderungen für den Mittelstand (B2C/B2B)

5:50  – Die Hersteller- und die Händlersicht: Marktplätze vs. Markenshops?

7:45 – Einkaufserlebnis und Beratungskompetenz im E-Commerce.
Augmented Reality gegen oder worum es wirklich geht.
Was man von Apple lernen kann. Welche Warengruppe eine Ausnahme bildet und warum.

12:00 – Thema „Daten“ in a Nutshell: Herstelleraufgabe vs. Händleraufgabe.

13:00 – Mobiler Markt: von Wachstum, Conversion Rate, Multi-Device-Tracking und wann ein mobiler Zugriff auch wirklich ein mobiler Zugriff ist.

17:40 – Customer Journey hands-on
Über welche Kanäle wird der Kunde in den Shop geführt und welche Bedeutung kommt Social Commerce zu? Die Rolle des Mittelstands. Die Sicht der Hersteller und Großhändler, und das Rasiermesser CPO.

23:20 – Omnichannel – Zukunftsversprechen oder Totgeburt?
Was das Scheitern von Butlers bedeutet und mit was für einer Komplexität man es wirlich zu tun hat.

28:00 – Hand aufs Herz: Hat der Omnichannel Zukunft?
Oder werden und bleiben es zwei Welten: pure play online und ausgedünnter stationärer Handel?

30:34 – Kleinere Händler und die Digitalstategie
Woran es hapert, für wen der Zug schon abgefahren ist und welche Rolle Verbundgruppen spielen.

35:15 – Wachstumsmarkt B2B – wirklich so anders als B2C?
Was die Prozesse betrifft, was der B2B-Einkäufer denkt. Und ein Frage zur Business-Case und Systemarchitektur aus der Möbelbranche.

41:58  – Stichwort: Fehlende Expertise und Aufklärungsarbeit in Sachen Digitalstrategie
Was man wirklich wissen muss und wo die größten (vermeidbaren) Fehler lauern.

44:28 – Kommt die „AmazonAd“ für OXID?
Stichwort: Programmatic Advertising! Die Marketingantwort und die Herstellerantwort.

48:06 – Der Blick in die Glaskugel des E-Commerce

51:04 – Summary und Verabschiedung

Autor

Caroline Helbing, OXID eSalesCaroline Helbing ist Senior Analyst und Content Writer bei der OXID eSales AG. Die Kommunikationsexpertin graduierte in Paris und München und ist seit 16 Jahren im E-Commerce aktiv. Seit 2007 ist sie beim Freiburger Open Source eCommerce Hersteller OXID eSales. Caroline analysiert und bewertet Trends und Märkte hinsichtlich Wachstumsimpulsen und branchenverändernder Technologien. Aktuelle Schwerpunkte sind „Omnichannel“, „E-Commerce im Zeitalter von Industrie 4.0“, „B2B Geschäftsmodelle“ und „Content Commerce“.

E-Commerce Trends 2017

Sieben Siegel 2017 – Was jetzt den E-Commerce umkrempelt!

Wir fassen die Trends zusammen, mit denen Sie im E-Commerce-Jahr 2017 abheben.

E-Commerce Trends 2017 zum Abheben

Bildquelle: Refe

Die digitale Wirtschaft ist den Kinderschuhen entwachsen; der Onlinehandel schon seit vielen Jahren das am stärksten und nachhaltig wachsende Handelssegment. Soweit so beruhigend. Das Wachstum scheint ja stabil.

Allerdings gründet der durchschlagende Erfolg des E-Commerce auf einer großen Offenheit für neue Märkte und Technologien sowie der Fähigkeit zu schnellem Wandel. Bei weitem nicht jeder – online wie offline – kam dabei mit, wie das Schauderwort „Shopsterben“ belegt. Dass die Kurve trotzdem nachhaltig nach oben geht, liegt an den vielen neuen Playern, neuen Märkten und der Verhaltensänderung der Konsumenten, die auf die Ablösung alter Strukturen drängen und Neues fordern.

Mit der Markteinführung des iPhones vor 10 Jahren ist der Mobile Commerce zwar nicht von einem Tag auf den anderen durch die Decke gegangen. Aber wenn heute selbst die Mehrheit der geschäftlichen Offline-Einkäufer den Kauf digital vorbereitet, zeigt sich wie durchschlagend und unaufhaltsam die Welle der Entwicklung rollt. Trendwatch ist also für jeden Marketing- und E-Commerce-Leiter Pflicht und nicht nur Kür. Wir zeigen Ihnen, was jetzt wichtig ist.

1.    Folge dem Markt: Wachstum schreibt man mit „B“!

B2B – ein nachhaltiger Trend holt nochmal mächtig auf. Der Handel zwischen Unternehmen (das B2B-Geschäft) verlagert sich mit der Digitalisierung der Beschaffungsprozesse in den Online-Kanal und wächst dabei rasant.
Allein für diesen klassischen B2B-Versandhandel hat der E-Commerce Verband bevh ein Volumen von 8 Mrd. Euro Umsatz erhoben – andere Geschäftsmodelle nicht mit eingerechnet. Das wirkt sich auch auf die Lieferanten- und Servicestrukturen aus, denn für diesen Wandel wird kräftig investiert: 9% des Jahresumsatzes sollen es laut Forrester Research dieses Jahr sein – ein Drittel mehr als im Vorjahr.
Wer immer noch nicht restlos überzeugt ist, mag einen Blick zum E-Commerce-Giganten Amazon werfen: Mitte Dezember ist nun auch in Deutschland die B2B-Plattform Amazon Business live gegangen. In manchen Dingen kann man sich auf Jeff Bezos‘ Riecher verlassen…
Wer im B2B-Segment bisher den Schuss zum E-Commerce nicht gehört, für den heißt es: Gas geben! Nur Geschwindigkeit und Qualität sichern jetzt noch Marktanteile.

2.    Bühne frei für den stillen Top Performer!

Allen voran hat der gehobene Mittelstand es jetzt verstanden – und wird uns alle überraschen!
Seit Generationen gewachsen, haben diese Unternehmen fest etablierte Strukturen. Vom Erfolg verwöhnt und mit einer natürlichen Abneigung gegen halbe Sachen, haben sich viele mit der Digitalisierung Zeit gelassen. Jetzt fangen sie an, E-Commerce als wichtigen strategischen Baustein für sich zu entdecken.
Da wird also nicht einfach nur ein Onlineshop eröffnet, sondern das gesamte Geschäft in eine neue Richtung gelenkt. Mit Fingerspitzengefühl für die Branche digitalisiert der gehobene Mittelstand seine Prozesse und setzt dabei auf die Standards heutiger Onlineshops noch eins drauf.
Es erwartet uns: E-Commerce vom Feinsten. Und dabei geht man– wenn schon, denn schon – dann gleich auch international!

3.    Für Feenglanz nimm nur das Beste!

Die Zauberformel für atemberaubendes Marketing wird ja immer noch gesucht, und mit großem Eifer hinter jedem neuen Buzz vermutet. In den letzten Monaten hat sich ein nicht ganz unbekanntes, sehr klares und zugleich kompliziertes Rezept herausgeschält. Es heißt: Qualität.
Der Reiz des Neuen allein lockt heute keine Visitors mehr hinter dem Ofen hervor. Gut muss es sein. Relevant soll es sein.
Nicht nur die Themen, Fakten und Darstellung, auch ihre Einbettung muss einen Mehrwert für den Kunden schaffen. Zum Beispiel in Form von digitalen Services, emotionaler Ansprache mit exklusivem Content und Möglichkeiten der Interaktion. Die gesunde Mischung macht Storytelling erfolgreich und dafür gibt es kein Patentrezept. Denn die Customer Journey soll stimmig sein und perfekt ins jeweilige Geschäftsmodell passen.
Es ist also nicht nur ein Appell an die Kreativen, sondern dahinter stehen glasklare Anforderungen an die IT. Technisch müssen alle Kanäle, die ein Händler oder Hersteller bespielen möchte, sauber in die Systemlandschaft integriert sein.
„Auch wenn man es gefühlt schon zu oft gehört hat: an einem soliden Content Commerce Konzept führt auch im E-Commerce kein Weg mehr vorbei“, unterstreicht OXID CEO Roland Fesenmayr. Dem ist nichts hinzuzufügen.

4.    Marschrichtung: 360° Sales!

Gute Inhalte, die überzeugen, brauchen auch ein Design, das verkauft, und im Backend nicht mit dem Web-Kanal endet.
Offline und Online wachsen immer mehr zusammen, weil der Kunde sich nicht festlegen will. Wer noch in Silos denkt wie Filiale, Online, Vertrieb und Marketing, übersieht, dass sich alle aus den gleichen Systemen speisen. „Omnichannel“ ist hier das Schlagwort. Systeme – und damit das Offering für den Kunden – müssen vernetzt sein.
Für den erlebnishungrigen König Kunde darf es öfter mal was Neues sein. 50% der beim Shop Usability Award vertretenen Shops haben 2016 einen Relaunch gemacht. Die Ansprüche an Communications, Corporate und E-Commerce Agenturen steigen. Inzwischen schätzt man auch dort wieder die Erkenntnisse der Wissenschaften.
Design treibt die Interaktion und die Kundenbindung hängt an der Experience. Einen Überblick der Trends 2017 bietet der Blog von Konversionskraft. Der Fokus liegt auf klaren Strukturen, Emotion durch Bild/Bewegtbild und mutiger, intensiver Farbgebung.
In Sachen Design und Kanalvernetzung ist Responsive längst zum A und O des Webdesigns geworden. Hier ist man mit Responsive Mail gerade unterwegs zur nächsten Etappe: Shopping direkt aus der Mail! Warum eigentlich nicht!?

5.    Sprich mit mir, ich bin dein König!

Die kritische Währung für E-Commerce Erfolg ist die Loyalität der Endkunden. Das gelingt in erster Linie durch Nahbarkeit und direkten Endkundenkontakt. Ja, auch im B2B!
Die Marke und Kommunikation des Herstellers, das globale Offering durch den Großhändler über den mobilen Kanal, Social Media und individuelle Services: All das schlägt auch in einer langen Vertriebskette bis zum Konsumenten durch – und es interessiert ihn brennend!
Gerade hier schlummert ein weiterer großer Wachstumsbereich für B2B-Unternehmen. Sie wachsen nämlich mitnichten nur in ihrer althergebrachten Sparte, sondern greifen gezielt nach dem B2C-Geschäft.
Wen spricht die neue Website, die Branding-Kampagne, der neue webbasierte Garantie- oder Rücksende-Service an? Systemhäuser? Filialmitarbeiter? Verbraucher? Alle! Die Grenzen zwischen B2B und B2C werden fließend, weil in der digitalen Welt die Grenzen zwischen Fach- und Endkunden verschwimmen.
Gerade bei digitalen Services entsteht für B2B-Anbieter ein neuer Touchpoint zum Endkonsumenten. Diese Services werden vom Verbraucher erwartet, das Unternehmen muss liefern. Und warum dann nicht auch direkt an ihn verkaufen?
Ein bekannter deutscher Mittelständler, der diesen Weg gegangen ist, heißt Wolfgang Grupp, Geschäftsführer und Inhaber des von der schwäbischen Alb aus weltweit agierenden Textilproduzenten TRIGEMA.
„Früher habe ich 1.000 T-Shirts an einen Händler verkauft, heute verkaufe ich 1.000 T-Shirts einzeln über das Internet in alle Welt“, sagte TRIGEMA-Chef Grupp 2016 auf der OXID Commons. Sein Lächeln verrät, wie gut das läuft.

6.    Heute kenn ich schon, mach mir ein Angebot für morgen!

Mit dieser neuen Kommunikationsebene – man könnte sie mit einem vergangenen Buzz-Word auch „D2C“ nennen, „direct to consumer“ – wächst nicht nur der Markt. Es ergeben sich auch neue Produktanforderungen und Möglichkeiten der Herstellung.
Das kann bis hin zu Strukturen gehen, die für Industrie 4.0 typisch sind: indem beispielsweise durch einen Shop eine Bestellung ausgelöst wird, die direkt den Produktionsvorgang anstößt.
Denn mit einer automatisierten, smarten Produktionsanlage wird Mass Customizing auch im großen Stil profitabel. So wird etwa ein genau auf einen einzelnen Kunden zugeschnittenes Produkt industriell vollautomatisiert in Losgröße 1 produzierbar.
Ein anderer Aspekt ist die sogenannte Servicitation. Man produziert und vertreibt nicht nur ein Stück Hardware, sondern schafft darum noch einen Online-Service mit Mehrwert. Produkt-Service-Systeme heißt das zugehörige Denkmodell, wenn man das Geschäftsmodell auf den Prüfstand stellen möchte.
Übrigens darf das „C“ für Consumer nicht zu eng verstanden werden und Geräte und Maschinen einschließen.
Mit Amazons Dash-Replenishment-Service können sich Drucker, Wasserfilter und Pet-Feeder heute schon ihre Kartuschen selbst nachbestellen. Warum morgen nicht auch der Familienwagen das benötigte Ersatzteil? Und den Wartungstermin in der Werkstatt gleich dazu?

7.    Kenne die (digitalen) Gefahren!

Seefahrer wissen: ohne Kompass geht man nicht an Bord. Analog dazu droht im E-Commerce die digitale Orientierungslosigkeit.
In die unglückliche Situation, nicht zu wissen, an welchem Strang zu ziehen, oder in verschiedene Richtungen gleichzeitig zu streben, kommt man durch inkonsistente Zielmessung.
•    Neue Zielgrößen oder Trends werden ungefiltert übernommen und umgesetzt, ohne die Gesamtstrategie überdacht zu haben.
•    Das Geschäftsmodell hat sich weiterentwickelt, aber es wird nach wie vor nach veralteten Kriterien gemessen.
•    Oder noch schlimmer: wenn zu einem neuen Trend bisher keine Referenzgröße bekannt ist, wird gar nicht gemessen, weil es vermeintlich nichts bringt. Ein großer Irrtum. Denn nur wer misst, kann analysieren.

In den Informationsmedien fürchtet man sich vor politisch-motivierten Hackern, tendenziöser Stimmungsmache durch Trolle und Fakenews. Im E-Commerce sind es Datenklau durch Skimming oder Distributed-Denial-of-Service-Attacken, ausbleibende Community-Pflege und Schockstarre bei aufkommenden Shitstorms oder Irreführung durch Bots oder Fakefollowers. Diese Risiken kann man nicht sicher ausschließen, aber man kann sich sehr wohl darauf vorbereiten und wachsam agieren. Die gute Nachricht: mit der Lektüre dieses Texts haben Sie gerade etwas dafür getan!

B2B Shopsystem-Vergleich

Autor

Caroline Helbing, OXID eSalesCaroline Helbing ist Senior Analyst und Content Writer, OXID eSales AG. Die Kommunikationsexpertin graduierte in Paris und München und ist seit 16 Jahren im E-Commerce aktiv. Seit 2007 ist sie beim Freiburger Open Source eCommerce Hersteller OXID eSales. Caroline analysiert und bewertet Trends und Märkte hinsichtlich Wachstumsimpulsen und branchenverändernder Technologien. Aktuelle Schwerpunkte sind „Omnichannel“, „E-Commerce im Zeitalter von Industrie 4.0“, „B2B Geschäftsmodelle“ und „Content Commerce“.

Gastblog: Wie sich die Kanäle Online und Offline bei Tennis-Point gegenseitig befruchten

Es ist noch gar nicht lange her, da konnte man beim Durchblättern von Fachzeitschriften den Eindruck gewinnen, für den stationären Handel in Deutschland gäbe es keine Zukunft. Zu stark seien die Online-Pure-Player, zu bequem der moderne Kunde – der typische Einzelhändler hätte den Anschluss schlicht und ergreifend verpasst.

Inzwischen ist laut Handelsverband Deutschland (HDE) rund jeder dritte stationäre Händler auch im Internet vertreten. Experten haben längst einen Gegentrend ausgemacht: Quer durch alle Branchen investieren immer mehr ehemals reine Onlinehändler in den Aufbau stationärer Geschäfte. Kurzum: Onliner gehen offline, Offliner gehen online. Aber warum ist das so? Wie passt Tennis-Point in diese Entwicklung?

Von Offline zu Online zu Offline: Der Kreis schließt sich

TP_Startseite

Abb.1: Startseite

Unsere Geschichte hat 1999 mit einem Ladengeschäft in Münster begonnen; parallel zum stationären Handel haben wir erste Produkte über eBay verkauft. 2007 entschlossen wir uns, mit dem E-Commerce Ernst zu machen und einen eigenen Onlineshop rund um die Sportart Tennis zu eröffnen. Angefangen mit einigen wenigen Versendungen am Tag, sind wir heute – mit 220 Mitarbeitern und einem Umsatz von rund 50 Millionen Euro – Europas umsatzstärkster Versender von Tennisprodukten. Von Portugal bis Lettland vertreiben wir unsere Ware inzwischen in 25 europäischen Ländern und kommen auf 400.000 Kunden im Jahr. Allerdings sind wir nicht nur online gewachsen. Schon lange ist auch unsere Filiale in Münster nicht mehr alleine. Hinzugekommen sind Geschäfte in Berlin, Hamburg, München, Herzebrock-Clarholz, Köln sowie Filialen in Graz und Dietikon in der Schweiz. Was hat diese Expansion möglich gemacht?

Abb.2: Länderauswahl

Nun, zum einen findet sich auch bei Tennis-Point die übliche Geschichte vieler erfolgreicher Geschäftsideen: viel Leidenschaft, noch mehr Arbeit, dazu das richtige Timing und ein bisschen Glück. Davon abgesehen lässt sich aber ganz nüchtern festhalten: Unsere Online-Erfolgsgeschichte wäre ohne unser stationäres Geschäft wohl nicht möglich gewesen. Und unsere stationäre Expansion nicht ohne unsere starke Onlinemarke.

Nachdem der E-Commerce für uns anfänglich noch eine untergeordnete Rolle gespielt hat, haben wir bereits 2008 etwa doppelt soviel Umsatz im Internet wie im stationären Geschäft gemacht. In den letzten Jahren haben wir allerdings festgestellt, dass Kunden wieder verstärkt die persönliche Beratung in Geschäften suchen. Oftmals kennen sie unsere Marke aus dem Internet, haben sich dort schon informiert und über unseren interaktiven Schlägerberater vielleicht sogar bereits eine Vorauswahl getroffen. Das direkte Gespräch mit einem geschulten Mitarbeiter kann aber selbst das beste Beratungstool nicht ersetzen. Geschweige denn die Möglichkeit, ausgewählte Schläger vor dem finalen Kauf hintereinander in die Hand zu nehmen, einige Schwünge zu wagen und so ein Gefühl für sie zu entwickeln.

E-Commerce kommt Auswahl in Geschäften zugute

Abb.3: Outfit der Stars

Dass Kunden heute anders einkaufen als vor zehn oder zwanzig Jahren, ist ein alter Hut. Will ein Kunde online oder über sein Smartphone bestellen, kann den entsprechenden Händler dort aber nicht finden, geht er nur im seltensten Fall ins stationäre Geschäft. Viel wahrscheinlicher ist: Er geht zum Wettbewerb. Darum ist es heute wichtiger denn je, Kunden verschiedene Anlaufstationen zu bieten und sie dort abzuholen, wo sie es wünschen. Denn den Onlineshopper oder den stationären Käufer gibt immer seltener. Vielmehr entscheiden Kunden situativ, welcher Kanal ihren aktuellen Anforderungen gerade am besten entspricht. Oft wechseln sie die Kanäle auch während des Einkaufs.

Auf Tennisturnieren, bei denen wir auf unseren Ständen nur mit beschränkter Auswahl vor Ort sind, bieten wir unseren Kunden deswegen einen weiteren Touchpoint: Ein Multitouch-Kiosksystem, das sie zum Stöbern durch unser gesamtes Sortiment und natürlich zum unkomplizierten Bestellen nicht vorhandener Waren nutzen können. Kunden kommen an den Stand und lassen sich beraten. Ist das gewünschte Produkt nicht vorhanden, bestellen sie es online. Gleiches können wir in unseren stationären Geschäften beobachten. Wobei es an dieser Stelle anzumerken gilt: Die Auswahl in unseren Geschäften ist gewaltig, Hätten wir jedoch nicht die Möglichkeit, unsere Waren auch online zu verkaufen, müssten wir unser Sortiment zweifellos einschränken. Denn nur aufgrund unseres Onlinevertriebs können wir es uns erlauben, auch ausgefallene Artikel stationär vorrätig zu haben. Letztlich ist es also der E-Commerce, der es uns ermöglicht, unseren Kunden in stationären Geschäften eine große Auswahl zur Verfügung zu stellen. Eine Auswahl, die unsere Kunden zu schätzen wissen.

Autor:

Philipp_Tippkemper_Portrait_swDer ehemalige Tennislehrer Philipp Tippkemper ist seit 2007 geschäftsführender Gesellschafter von Tennis-Point. Gemeinsam mit den drei weiteren Geschäftsführern Christian Miele, Thomas Welle und Maik Langenberg, hat er das Unternehmen zu Europas umsatzstärksten Versender von Tennisprodukten entwickelt.

Gastblog Reihe (Teil 2): Conversion Boost durch personalisierte Ansprache – Was macht gute Personalisierung aus?

Personalisierung gehört zu unserem Alltag. Wir kennen die verschiedensten Formen, wie die persönliche Anrede in einer E-Mail, individuelle Rabatt-Gutscheine oder individuelle Produktempfehlungen in unserem Lieblings-Onlineshop. Viele Anbieter setzen inzwischen auf sehr umfangreiche Personalisierungskonzepte und doch kommen wir immer wieder in Situationen, in denen scheinbar persönliche Empfehlungen als unpassend oder irrelevant empfunden werden. Die Qualität einer Empfehlung ist somit von entscheidender Bedeutung.

Abb.1: Dreistufiger Prozess der Personalisierung

Abb.1: Dreistufiger Prozess der Personalisierung

Der folgende Beitrag zeigt auf, welchen Einfluss die Empfehlungs-Qualität auf das Einkaufserlebnis und damit auf die Kundenbindung hat und wie ein innovativer Ansatz die Qualität eines Empfehlungskonzepts verbessert. Dazu werden zunächst einzelne Aspekte des Personalisierungsprozesses aufgegriffen und weiter ausgeführt.

Im Wesentlichen besteht der Prozess der Personalisierung aus drei Teilen: dem Benutzerprofil, dem Objekt der Personalisierung sowie den Techniken. Letztere ermöglichen erst die Personalisierung.

1. Das Benutzerprofil

Für die erfolgreiche Personalisierung ist die Unterscheidung der Benutzer einer Webseite genauso wichtig wie die Möglichkeit, die einzelnen Benutzer zu identifizieren und wiederzuerkennen. Dieser Schritt ist essentiell, um jeden einzelnen Nutzer zu charakterisieren und seine ganz spezifischen Merkmale zu speichern. Diese können unterschiedlich stark ausgeprägt sein, dennoch kann man die Kennzeichen in fünf Kategorien (Kenntnisse, Hintergrund, Erfahrungen, Präferenzen, demografische Daten) unterteilen. Das Benutzerprofil kann auf zwei Arten ermittelt werden. Zum einen durch das explizite Verfahren, bei dem die Nutzerdaten durch den Benutzer selbst eingegeben werden. Zum anderen durch die implizite Eingabe. Diese basiert auf der Beobachtung des Verhaltens. Die Informationen über den Anwender bilden die Grundlage für die Personalisierung. Je mehr Daten ich im Vorfeld über den Nutzer habe, desto besser kann ich von Anfang an personalisieren.

2. Objekte der Personalisierung

Ebenso wichtig ist es, die Objekte der Personalisierung zu klassifizieren. Also: Was genau kann personalisiert werden. Hierbei werden die Objekte in drei Ebenen unterteilt:

a.) Personalisierung von Inhalten

Der Inhalt eines Angebots oder einer Anwendung kann in vielerlei Hinsicht personalisiert gestaltet werden. Grundsätzlich wird dieser in drei Teilbereiche untergliedert: Information, Angebot und Produkt.

Bei der Personalisierung der Informationen wird auf die Auswahl, Sortierung und Aufbereitung verschiedener Inhalte Einfluss genommen. So werden zum Beispiel Suchanfragen personalisiert sortiert oder News nach persönlicher Präferenz dargestellt.

Die Personalisierung von Angeboten ermöglicht eine kundenindividuelle Angebotserstellung und sogar eine kundenindividuelle Konfiguration von Produkten. Ein Beispiel: Möchte ein Kunde eine Kamera kaufen, bietet es sich an, ihm unterschiedliche weiterführende Angebote zu unterbreiten, zum Beispiel ein Objektiv oder eine Garantieverlängerung. Hier bestimmt die Anzahl an Cross-Selling-Möglichkeiten, wie stark das Angebot individualisiert werden kann.

Abb.2: Personalisierung von Produkten

Abb.2: Personalisierung von Produkten

Das Personalisieren von Produkten bezieht sich auf das individuelle Zusammenstellen von Produkten. Stellt der Nutzer beispielsweise die Hardware seines PCs selbst zusammen, so ist das Endprodukt in gewisser Weise ein Unikat. Ein gutes Beispiel dafür sind die Produkte, die auf der Seite NIKEiD erstellt werden können. Hier wird der Artikel nicht nur mit einem persönlichen Schriftzug bestickt, es kann sogar ein vollkommen individuelles Design entworfen werden.

b.) Personalisierung von Interaktion

Auf der Ebene der Interaktion wird zwischen Personalisierung der Persönlichkeit, Intensität und Medienauswahl unterschieden.

Als „Persönlichkeit“ wird in diesem Sinne die Interaktion zwischen Anbieter und Kunde verstanden. Dabei bildet das gegebene Benutzerprofil die Grundlage, um den Kunden anzusprechen. Der Grad der Persönlichkeit sollte durch den Kunden selbst bestimmt werden können. Je mehr Informationen er über sein Benutzerprofil preisgibt, desto persönlicher kann er angesprochen werden. Genauso sollte der Kunde oder Nutzer die Möglichkeit haben, auch anonym zu interagieren. Neben dem Grad der Persönlichkeit ist der Dialog zwischen Nutzer und System (z.B. Recommendation Engine) wichtig. Dieser sollte idealerweise symmetrisch ablaufen, damit eine optimale gegenseitige Ansprache stattfinden kann. Das Benutzerprofil und die Interaktionsdaten (Klickstream, Kaufhistorien und Suchanfragen) müssen dafür in Echtzeit synchronisiert werden können – das ist die Basis für eine perfekte Empfehlung.

Die Personalisierung der Intensität legt der Nutzer selbst fest. Er bestimmt, in welchem Maße und zu welchem Zeitpunkt er Interaktion wünscht. Dafür muss der Nutzer die Möglichkeit haben, zum Beispiel die Inhalte und den Versandzeitpunkt seines Newsletters individuell festzulegen. Letzteres ist in der Umsetzung durchaus anspruchsvoll, in der Wirkung aber entsprechend effektiv.

Die Auswahl des richtigen Mediums für die Interaktion mit dem Nutzer ist wohl der entscheidendste Faktor. Im Multi-Device-Zeitalter sollte der Kanal, über den Nutzer und Anbieter kommunizieren, sehr gezielt ausgewählt werden. Dafür muss die Personalisierungslösung zwingend Omnichannel-fähig sein, denn die Anzahl an Touchpoints steigt stetig. So ist die Kommunikation per E-Mail längst Standard und neue Wege, wie What’s App, Social Media oder eigene Apps dienen zur Kontaktaufnahme und zum Informationsaustausch. Darauf sollte jeder Anbieter vorbereitet sein.

c.) Personalisierung von Medieninformationen

Auf der dritten Ebene wird der Technologieansatz personalisiert. Die Nutzeroberfläche und die Darstellung werden individuell angepasst.

Abb.3: Mobile Benutzeroberfläche

Abb.3: Mobile Benutzeroberfläche

Die Anpassung der Shop-Oberfläche an Benutzer-Stereotypen ist ein interessanter Weg, um jeden Nutzer schnell an sein persönliches Ziel zu führen. So würde der „Zielkäufer“ ein schlankes Design mit dem Fokus auf Suche und Produktdetails bekommen, während der „Schnäppchenjäger“ eine personalisierte Übersicht  mit rabattierten Angeboten erhielte. Für die mobilen Nutzer wird unabhängig von der Typisierung zuerst der Technologieansatz personalisiert. Dabei wird der Nutzer zum Beispiel automatisch zur mobilen Version der Webseite weitergeleitet oder er bekommt einen Hinweis auf die dazugehörige App.

3. Klassische Personalisierungstechniken

Vollumfängliche Personalisierung entsteht schließlich dadurch, dass das Benutzerprofil und das Objekt der Personalisierung zusammengeführt werden. Dabei kommen unterschiedliche Techniken zum Einsatz. Unterschieden werden hierbei die regelbasierte Personalisierung und das kollaborative Filtern. Erstgenannte passt das Objekt der Personalisierung anhand eines vorgegebenen, relativ starren, Regelwerks an das vorliegende Benutzerprofil an. Beim kollaborativen Filtern werden Verhaltensmuster zwischen Benutzergruppen ausgewertet und Ähnlichkeitsmatrizen gebildet. Beide Verfahren werden häufig kombiniert eingesetzt und folgen einer vordefinierten Strategie, die über Regeln und Filtern abgebildet wird. Hier ein Beispeil:

Es wurden vom Anbieter folgende Regeln aufgestellt:

Wenn der Benutzer X eine Frau ist, dann empfehle High Heels.
Wenn der Benutzer X ein Kleid kauft, dann handelt es sich um eine Frau.

Aus dem Warenkorb ist ersichtlich, dass ein Benutzer ein Kleid kaufen wird. So kann das Regel-System mit Regel 2 schließen, dass der Benutzer eine Frau ist. Dieses (erweiterte) Wissen kann es in einem weiteren Schritt nutzen, um mit Regel 1 High Heels anzubieten.

Die Basis jeder Personalisierungstechnik ist immer das Benutzerprofil. Zu Beginn muss also festgelegt werden, welche Informationen dem System für die Personalisierung zur Verfügung stehen. So sind bei einem eingeloggten Benutzer von Beginn an mehr Daten vorhanden, als bei einem unbekannten. Leere Benutzerprofile, sind beim kollaborativen Filtern problematisch, da ein leeres Profil keine sinnvolle Empfehlung erhalten kann. Das Gleiche gilt für neue Elemente (z.B. Produkte), die zu dem System hinzugefügt werden. Diese weisen keine Ähnlichkeit mit anderen Elementen auf und können daher nicht sinnvoll empfohlen werden. Dadurch steigt das Risiko, schlechte Empfehlungen auszuspielen, sodass an dieser Stelle optimiert werden muss.

Reinforcement Learning

Trotz der schon recht ausgereiften Personalisierungstechniken ist es notwendig diese zu erweitern, um die Qualität der Empfehlungen ab dem ersten Klick zu gewährleisten und neue Elemente einfach hinzufügen zu können. Ebenso wie das kollaborative Filtern wird das Reinforcement Learning dem Bereich der  künstlichen Intelligenz zugeordnet. Im Zentrum steht hier allerdings der Begriff des Agenten, der mit seiner Umgebung in andauernder Wechselwirkung steht. Ein Agent ist ein Softwarebestandteil. Dieser ist in einem bestimmten Rahmen zu eigenständigem Handeln fähig. In Abhängigkeit von der Belohnung, die er in bestimmten Systemzuständen erhält, ist er in der Lage, sein Verhalten strategisch auszurichten. Durch diesen innovativen Ansatz erhält die Personalisierung durch das ständige Wechselspiel zwischen Umweltanalyse und Agentenreaktion eine neue Qualität. Die prudsys Realtime Decisioning Engine (kurz prudsys RDE) nutzt diese Vorgehensweise und liefert somit Personalisierung von besonderer Relevanz ab dem ersten Klick.

Fazit

Der Einsatz von Personalisierung hat einen deutlich positiven Einfluss auf das Einkaufserlebnis und die Kundenbindung. Die unterschiedlichen Möglichkeiten der Objekte der Personalisierung erzielen durch personalisierte Cross- und Up-Selling-Angebote einen deutlichen Mehrumsatz. Wer den Einsatz einer Personalisierungslösung plant, sollte vorab überlegen, an welcher Stelle er diese einsetzen möchte, welche Objekte der Personalisierung er verwendet und auf welcher Ebene er diese nutzt.

Personalisierung ist aktuell weitaus mehr als Recommendations (Empfehlungen), sodass auch andere Anwendungsfelder wie Marketing Automation und Dynamic Pricing zu einer ganzheitlichen Personalisierungslösung gehören. Hierbei sind besonders die Use Cases Warenkorbabbruchsprävention und Retourenvermeidung für Onlineshop-Betreiber interessant. Neben dem ganzheitlichen Ansatz muss die Personalisierungslösung Omnichannel-fähig sein, damit diese den aktuellen Ansprüchen gerecht wird.

Autor:

christophknaup_swChristoph Knaup ist seit 2014 als Marketing Manager bei der prudsys AG am Hauptstandort in Chemnitz tätig. Dort ist er in erster Linie für die Bereiche Online- und Content-Marketing verantwortlich. Er schreibt regelmäßig Beiträge auf dem firmeneigenen Blog „Recommendation Engine“ sowie Gastbeiträge auf zahlreichen E-Commerce-Plattformen.

Die prudsys Realtime Decisioning Engine (kurz: prudsys RDE) zählt zu den weltweit erfolgreichsten Personalisierungslösungen.

 

 

Dieser Beitrag ist Teil unserer Gastblog Reihe „Conversion Optimierung“.
Weitere Beiträge dieser Reihe:
Gastblog Reihe (Teil 1): 5 Shop-Funktionen für mehr Conversion
Gastblog Reihe (Teil 3): Fahndung nach den Conversion-Killern – Die Performance als Erfolgsfaktor eines Onlineshops

Gastblog: Das Traditionsunternehmen Schiesser relauncht Onlineshop mit 100% Responsive Design

Dass Tradition und technologischer Fortschritt sich nicht ausschließen müssen, zeigt der neue Webauftritt des Textilunternehmens Schiesser. Mit dem Relaunch seines Onlineshops schiesser.com hat der 1875 gegründete Hersteller von Marken-Unterwäsche mit Sitz in Radolfzell am Bodensee rechtzeitig die Zeichen der Zeit erkannt und auf Responsive Design umgestellt. „Die Umstellung unseres Onlineshops auf eine Mobile Friendly Version war für uns nur noch eine Frage der Zeit. Sie reiht sich ein in die lange Liste der Maßnahmen, die wir zum Ausbau unseres Online-Geschäfts getroffen haben“, so Rebeca Seara Del Moral, Teamleiterin E-Commerce bei der Schiesser AG.

„Der Relaunch war für uns ein voller Erfolg“

Die auf Basis eines eigens entwickelten responsive Templates durchgeführte Anpassung und Migration in eine aktuelle OXID Version wurde von der Mannheimer Internetagentur kuehlhaus AG begleitet. Neben der Optimierung der Navigation und des mobilen Checkouts gemäß den neuesten technischen Voraussetzungen wurde auch das Design dynamisch aufgebaut, um eine optimierte Darstellung auf mobilen Geräten und unterschiedlichen Displaygrößen gerecht zu werden. „Der Relaunch von schiesser.com war für uns ein voller Erfolg, der sich zum derzeitigen Zeitpunkt bereits an den Performance-Zahlen ablesen lässt. Unseren Online-Kunden können wir zudem ab sofort mit einer noch anwenderfreundlicheren Benutzeroberfläche das Shoppingerlebnis bequemer machen“, so Rebeca Seara Del Moral. Die Umstellung auf Responsive Design hat sich somit nicht nur im Hinblick auf Conversion Rate, Umsatzentwicklung und mobile Zugriffszahlen positiv niedergeschlagen. Im Zuge des Relaunchs wurden auch suchmaschinenoptimierende Maßnahmen durchgeführt, die eine bessere Auffindbarkeit des Shops gewährleisten.

Ausschlaggebend für den Erfolg dieses Projekts bleibt jedoch die verbesserte User Experience dank der Umstellung auf eine zukunftssichere Mobile Friendly Oberfläche. Diese passt sich fließend an die Bildschirmgröße des Endgeräts an und bietet dadurch Smartphone- und Tablet-Nutzern device-übergreifend einen entscheidenden Mehrwert, was für Neuerscheinungen auf dem Smartphone- und Tablet-Markt von Vorteil ist. Nicht zu unterschätzen ist in diesem Zusammenhang der positive Einfluss auf das Suchmaschinen-Ranking.

Mobile ist kein Trend

Es dürfte niemanden überraschen, dass mobile Endgeräte und besonders Smartphones altersgruppenübergreifend zunehmend zur Informationsbeschaffung genutzt werden (laut AGOF mobile facts nutzten 2014 in Deutschland rund 35 Millionen Personen das Internet mobil). Aber dass bis 2017 laut Prognosen von Statista weltweit voraussichtlich 2,97 Milliarden Menschen das Internet über ein mobiles Endgerät nutzen werden, macht erst deutlich, dass „Mobile“ kein vorübergehender Trend ist, sondern eine weitreichende Änderung des Nutzerverhaltens. Mit der Berücksichtigung von Responsive Design wird der steigenden Anzahl an Nutzern mobiler Geräte Rechnung getragen und die Anzahl der Vertriebskanäle gleichzeitig erhöht. Die Nutzung von mobilen Geräten auf E-Commerce Plattformen bringt nicht nur zusätzliche Umsatzpotenziale mit sich. Mit Funktionen wie Store Locator, Preisvergleichen, Click To Call und Testrecherchen unterstützen sie außerdem den Kauf im stationären Handel.

Mit Responsive Design den „Mobile Friendly“ Test bestehen

Mit seinem Mobile Friendly Update vom 21.04. hat Google angekündigt, dass Suchmaschinen künftig Webseiten, die für mobile Geräte optimiert sind, bevorzugt anzeigen werden. Damit legt der Suchmaschinenriese neue Maßstäbe fest und fordert Seitenbetreiber mit traditionell programmierten Seiten dazu auf, ihre Hausaufgaben zu machen und auf Responsive Design umzustellen, wenn sie nicht im Ranking abgestraft werden möchten. Sinnvoll ist der Integrationsaufwand jedoch nicht nur, wenn bereits nennenswerte Zugriffe über mobile Geräte verzeichnet worden sind. Eine Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit durch die Implementierung von Responsive Design kann ebenfalls deutliche Hebeleffekte auf den Seitentraffic haben.

Autor
C_Reschke_Blog_sw
Mit über 20 Jahren Erfahrung im Online-Business gehört Christian Reschke, Vorstandsvorsitzender und Managing Partner der kuehlhaus AG, zu den Pionieren der Internet-Branche. Die inhabergeführte Full-Service Internetagentur aus Mannheim entwickelt mit ihrem Expertenteam innovative, technische und kreative E-Business und E-Commerce Lösungen für den B2B- und B2C-Bereich. Zu den Kunden der kuehlhaus AG gehören namhafte nationale und internationale Unternehmen und Konzerne, die besonders die Reaktionsschnelligkeit und Effizienz der Beratung und Implementierung schätzen.